Die Ausschreibung wird daher aufgehoben. Ein Baubeginn vor dem Frühjahr ist damit ausgeschlossen.

Jugendzentrum
Das alte Megaphon in Sträßchen. Seine Vermarktung wird erst angegangen, wenn der Neubau begonnen wurde. 290 000 Euro sind als Einnahmen angesetzt.

Das alte Megaphon in Sträßchen. Seine Vermarktung wird erst angegangen, wenn der Neubau begonnen wurde. 290 000 Euro sind als Einnahmen angesetzt.

Der Bauplatz für das neue Jugendzentrum in der Montanusstraße. Gebaut wird hier erst im Frühjahr oder Frühsommer.

Doro Siewert, Bild 1 von 2

Das alte Megaphon in Sträßchen. Seine Vermarktung wird erst angegangen, wenn der Neubau begonnen wurde. 290 000 Euro sind als Einnahmen angesetzt.

Burscheid. Die abgegebenen Angebote zum Neubau des Jugendzentrums überschreiten den vorgegebenen Kostendeckel um rund 200 000 Euro. Die Ausschreibung wird daher aufgehoben.

Das beauftragte Architekturbüro arbeitet bereits an einer neuerlich abgespeckten Version. Ob das am Ende aber wirklich notwendig wird, ist für Bürgermeister Stefan Caplan noch nicht ausgemacht.

Schon bei der Bürgerinformation Ende November hatte es Andeutungen zur Ausschreibung gegeben. Da lagen die Ergebnisse aber erst einen Tag vor.

Zunächst hatte es sogar danach ausgesehen, dass der Gesamtkostendeckel von 1,5 Millionen Euro um über 300 000 Euro überschritten worden sei. Die genaue Auswertung der Angebote hat dann allerdings zu einer Reduzierung dieser Mehrkosten geführt.

Gute Baukonjunktur treibt die Preise nach oben

Spätestens bis Ende Januar will Caplan jetzt Vorschläge unterbreiten, welche Lösungswege denkbar sind. Klar ist: Der Kostendeckel soll auf jeden Fall eingehalten werden. Dazu gebe es auch Konsens mit den Ratsfraktionen.

1,5 Millionen Euro stehen zur Verfügung, eine Million davon kommt vom Land. In dem Geld sind aber auch die Abrisskosten und die Arbeiten an den Außenanlagen (Parkplätze etc.) enthalten. Für das Gebäude an sich bleibt nur etwas mehr als eine Million Euro.

Das Jugendzentrum in Sträßchen soll vermarktet werden, sobald der Neubau begonnen wurde. Angesetzt sind Erlöse von 290 000 Euro, die in den Eigenanteil der Stadt einfließen. Fände sich ein Käufer, der das alte Gebäude nutzen wollte, könnte der Preis zwar höher liegen. Aber für den Fall, dass stattdessen Wohnbebauung entstehen soll, wäre zunächst ein teurer Abriss fällig.

Nach wie vor geht die Stadt davon aus, dass der städtische Haushalt unter dem Strich durch den Neubau entlastet wird, berücksichtigt man u. a. auch Fragen der Abschreibung und des Energieverbrauchs.

„Viele Städte haben im Augenblick ähnliche Probleme. Weil das Konjunkturpaket ausläuft, sind die Auftragsbücher der Firmen noch voll und die Preise entsprechend hoch“, sagt der Bürgermeister. „Aber wir werden weiter sehr sorgsam mit den Haushaltsmitteln umgehen.“

Eine Haltung, mit der er bei dem verantwortlichen Architekten Georg Biskup vom Büro Miksch, Rücker & Partner auf Verständnis stößt. „Ich finde es richtig, dass so konsequent vorgegangen wird. Wenn die Stadt das Geld nicht hat, kann sie es auch nicht verplanen.“

Allerdings räumt er auch ein, dass es immer schwieriger werde, die Pläne weiter abzuspecken. Das Gebäude drohe dann auf der großen Fläche optisch verloren zu gehen. „Aber wir werden weiterhin versuchen, ein Gebäude zu planen, das Sinn macht.“

Architekt arbeitet an zwei Lösungsvarianten

Zwei Varianten will er der Stadt in Kürze vorlegen. Die direkten Jugendeinrichtungen wie die Gruppenräume sollen dabei nicht angetastet werden. Eher ist an eine Verkleinerung des Saales gedacht. Derweil sucht man auch im Rathaus nach Alternativen, beispielsweise durch reduzierte Standards, die sich bei der Nutzung nicht bemerkbar machen.

Wenn die Entscheidung gefallen ist, wird neu ausgeschrieben. Dabei sollen auch deutlich mehr Firmen einbezogen werden als beim ersten Versuch. Denn in manchen Gewerken wie dem Rohbau als dem größten Posten, aber auch bei der Heizung, sind überhaupt nur zwei bis drei Angebote eingegangen.

„So extrem habe ich das noch bei keinem anderen Projekt erlebt“, sagt Architekt Biskup. „Wir befinden uns gerade in einer Phase, wo die Baukonjunktur boomt und es den Firmen gut geht. Und das hat auf die Kosten leider erhebliche Auswirkungen.“

Seit der Entscheidung für den Siegerentwurf im Juni 2008 war die Planung für das Jugendzentrum schon mehrfach reduziert worden, zuletzt durch eine Dringlichkeitsentscheidung im Mai dieses Jahres.

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