Immer weniger junge Menschen binden sich für Veranstaltungen. Das führt zu Problemen bei den Organisatoren.

Immer weniger junge Menschen binden sich für Veranstaltungen. Das führt zu Problemen bei den Organisatoren.
„Es könnte ja immer noch etwas Besseres kommen.“ Jugendleiterin Anke Theron-Schirmer über die Einstellung junger Menschen. Archiv

„Es könnte ja immer noch etwas Besseres kommen.“ Jugendleiterin Anke Theron-Schirmer über die Einstellung junger Menschen. Archiv

Haase

„Es könnte ja immer noch etwas Besseres kommen.“ Jugendleiterin Anke Theron-Schirmer über die Einstellung junger Menschen. Archiv

Burscheid. Jahrelang waren die Kinderkunsttage der Evangelischen Kirchengemeinde in den Osterferien ein Renner. „Im vergangenen Jahr hatten wir vier Wochen vor dem Start der Veranstaltung so viele Anmeldung, dass ich 200 Absagen geben musste“, erklärt Jugendleiterin Anke Theron-Schirmer. Auch in den Jahren zuvor sei immer klar gewesen, dass mit der ersten Veröffentlichung des Termin ein regelrechter Sturm auf die Ferienaktion der Kirchengemeinde einsetzte.

Ganz anders in diesem Jahr. Zwar sind nur noch wenige Plätze frei, doch mit einem „Run“ wie in den vergangenen Jahren ist das nicht zu vergleichen. „Ich weiß nicht, woran das liegt“, sagt die Jugendleiterin. An dem hochwertigen Programm, so die Einschätzung von Beobachtern in den vergangenen Jahren, auf jeden Fall nicht. Sonst hätten die Kinderkunsttage über die Jahre auch nicht solch eine Nachfrage erfahren.

Ähnliche Beobachtungen wie die von Anke Theron-Schirmer macht auch Marc Munz, Leiter des Megafons an der Montanusstraße. „Aber man muss differenzieren. Es kommt darauf an, wie alt sie sind. Die Acht- bis Elfjährigen kriegt man ziemlich gut.“ Will meinen: Mit ihnen Veranstaltungen zu planen, sei eine Bank. So hätten auch nur Kinder aus dieser Altersklasse am Samstag ihre Zusage eingehalten, am Dreck-Weg-Tag teilzunehmen. Die Größeren seien nicht gekommen. Die Erklärung von Munz für das Verhalten. „Die Älteren warten ab, es kann ja immer noch etwas Schickeres kommen.“

Genau das glaubt auch Anke Theron-Schirmer. „Es könnte ja immer noch etwas Besseres kommen.“ Doch habe dieses Verhalten möglicherweise auch kostenintensive Konsequenzen für den Veranstalter. Denn es lasse sich nicht alles mal eben absagen oder reduzieren. Für die Fahrt zum Kirchentag im Mai beispielsweise hatten sich bis vor kurzem erst zwei Senioren aus Witzhelden angemeldet. „Da haben wir gesagt, wir geben noch zwei Wochen auf die Anmeldefrist drauf.“ Mit viel Mühe hätten sich noch 30 Jugendliche gemeldet, die sonst auch eine Bank gewesen seien. Die Fahrt findet nun statt, aber die Tendenz zeigt, dass diese Angebote ein kalkulatorisches Risiko werden. „Ich habe in Berlin ein Haus gemietet, ein Bus muss zur Verfügung stehen, da stehe ich in der Pflicht.“

Die Kirche werde die Angebote weiter machen. „Unter Umständen müssen wir aber auch mal 1000 Euro aus der Rücklage nehmen.“ Das allerdings nur ein einziges Mal.

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