Wie Lucas Lies (14) sich mit seinem Instrument den dritten Preis im Bundeswettbewerb sicherte.

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Ein erfolgreiches Duo: Lucas Lies und sein Euphonium. (Fotos (2): Barbara Sarx)

Ein erfolgreiches Duo: Lucas Lies und sein Euphonium. (Fotos (2): Barbara Sarx)

Thomas Sieger freut sich über den Erfolg seines Schützlings.

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Ein erfolgreiches Duo: Lucas Lies und sein Euphonium. (Fotos (2): Barbara Sarx)

Burscheid. Der Tag begann für Lucas Lies sehr früh. "Ich musste um sechs Uhr aufstehen, um pünktlich in Essen zu sein", erzählt der 14-jährige Burscheider, "das war schon recht anstrengend."

Doch am Ende wurde es der Tag seines bisher größten musikalischen Erfolges: Lucas sicherte sich am Samstag im Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" den dritten Preis - und damit hatte sich jede Anstrengung wohl mehr als gelohnt.

Das Euphonium: Wie eine Tuba, nur kleiner

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Ein erfolgreiches Duo: Lucas Lies und sein Euphonium. (Fotos (2): Barbara Sarx)

Ein erfolgreiches Duo: Lucas Lies und sein Euphonium. (Fotos (2): Barbara Sarx)

Thomas Sieger freut sich über den Erfolg seines Schützlings.

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Thomas Sieger freut sich über den Erfolg seines Schützlings.

Mit seinem Euphonium, einem Blechblasinstrument - "wie eine Tuba, nur kleiner", wie Lucas erklärt - hatte er sich in den Regional- und Landesausscheiden für den Bundeswettbewerb in Essen qualifiziert. Dort traten an diesem Wochenende die acht besten Musiker aus ganz Deutschland in seiner Instrumentenklasse und seiner Altersgruppe (Jahrgang 1995/1996) an.

Allein die Teilnahme ist schon ein Erfolg: Er ist der erste Burscheider Musikschüler seit Jahrzehnten, der es als Solist zum Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" geschafft hat.

In der Aula des Essener Gymnasiums an der Wolfskuhle traten die Teilnehmer vor Publikum und einer vierköpfigen Jury auf. "Man stellt sich vor", sagt Lucas, "und dann wird das Programm eiskalt durchgezogen." Eiskalt - trotz der großen Anspannung.

"Es ist schon ein gewisser Druck: Wenn man so weit gekommen ist, will man es dann auch schaffen." Doch Lucas bekam die Nervosität in den Griff - und auch ein leichter Schnupfen konnte den guten Auftritt nicht verhindern.

Souverän spielt er - begleitet von der Pianistin Hiriko Nakano - seine Stücke: "Grandfather’s clock" von Geo. Doughty, den zweiten Satz des Euphonium-Konzerts von Joseph Horowitz und die Cellosonate von Benedetto Marcello.

Er selbst war mit seiner Leistung sehr zufrieden, und die Jury war es offensichtlich auch: 21 Punkte gab es für seine Darbietung. Das entspricht dem dritten Preis in der Wertungstabelle. Einer der Teilnehmer bekam genügend Punkte für den ersten Preis, drei erhielten einen zweiten Preis.

So gesehen ist Lucas der fünftbeste Euphonium-Spieler Deutschlands - und der beste in Nordrhein-Westfalen. "Das war eine großartige Sache", sagt sein Musiklehrer Thomas Sieger, "er hat meine Erwartungen zu hundertProzent erfüllt."

"Manche Mitschüler finden’s lustig, manche korrekt"

Vor sechs Jahren hat Lucas angefangen, das Instrument zu lernen. Die Musik von Blaskapellen habe ihn schon damals fasziniert, sagt er. "Mein Ziel ist es, irgendwann Posaune zu spielen." Das Euphonium gilt als Vorstufe dazu. Mit dem Bläserensemble "Krass Brass" hat Lucas bereits bei "Jugend musiziert" teilgenommen, der dritte Preis als Solist toppt den damaligen Erfolg aber noch mal.

Und wie kommt sein musikalischer Erfolg bei den Mitschülern an, die wohl eher auf Pop und HipHop als auf Klassik stehen? "Manche finden’s irgendwie lustig", sagt Lucas, "manche finden’s aber auch ganz korrekt." Vor allem weil es bei "Jugend musiziert" auch Preisgeld zu gewinnen gibt.

Zeit, den Erfolg groß zu feiern, hatte Lucas bislang aber nicht. "Wir waren mit der Familie schick essen", erzählt er, aber das war es dann auch. "Abends war ich nach dem langen Tag auch nicht mehr ganz so fit."

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