Am Donnerstag wurde bei viel Sonnenschein der Kölner Straßenkarneval eröffnet. Wärmende Kostüme lagen voll im Trend.

Köln. Es ist gerade acht Uhr und am Hauptbahnhof geht fast nicht mehr. Überall strömen die Jecken aus den Zügen und drängen in Richtung Altstadt, um den Beginn des Straßenkarnevals zu feiern.

"Ich bin heute fast nicht mehr in den Zug hineingekommen. So voll war es da", sagt Nicole Bromberg, die Dortmunderin ist in Mülheim in den Tag gestartet. "Dort habe ich bei einer Freundin übernachtet, um pünktlich vor Ort zu sein", sagt die Sekretärin mit dem Pippi Langstrumpf-Kostüm.

Der OB stärkt bei der Bikini-Frage dem Zugleiter den Rücken

Punkt neun Uhr beginnt die große Altweiber-Party im Rathaus mit dem Einzug der Blauen Funken, die von OBFritz Schramma empfangen werden. Was die aktuelle Diskussion um die nackte Kanzlerin im Zoch angeht, stellt sich Schramma hinter Zugleiter Christoph Kuckelkorn, der als Rocker ins Rathaus kam.

"Es ist gut, dass aus Respekt vor dem Amt eine kleine Schamgrenze eingehalten wird, ich finde es aber in Ordnung, dass die Motive insgesamt frecher geworden sind." Darin läge der Ursprung des Karnevals. "Aber wenn Herr und Knecht für einen Tag die Rollen wechseln, müssen sie sich doch noch am nächsten Tag in die Augen blicken können", erklärt der OB.

Für den Zugleiter selbst, ist die Diskussion um den Bikini der Kanzlerin ein willkommener, wenn auch nicht beabsichtigter Marketingeffekt. "Sogar ein Freund aus Lübeck hat heute morgen angerufen, als er den Wagen in seiner Zeitung entdeckt hat und das ist ja nicht schlecht für Rosenmontag."

Für Prinz Hans-Georg I., der im Hansasaal mit dem Dreigestirn vom Oberbürgermeister empfangen wurde, ist es gut, dass ein so beliebter Umzug wie der Kölner sich verändert. "Es ist richtig, dass so Denkanstöße gegeben werden", sagt der Narrenherrscher, bevor er sich gegen 11 Uhr auf den Weg zur Bühne auf dem Alter Markt macht.

Dort warteten Tausende auf den Startschuss für den Straßenkarneval um 11.11 Uhr. Bei Sonnenschein und frostigen Temperaturen hatten vor allem warme Kostüme Hochkonjunktur, wie die vielen Eisbären, Tiger und Löwen zeigten. Doch die sexy Rotkäppchen lagen genauso wie Seeräuber im Trend. Zusammen mit dem Dreigestirn verwandelten die jecken Wiever die Innenstadt in eine gigantische karnevalistische Partymeile, wo bis spät in die Nacht gefeiert wurde..

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