Engelbert Wrobel vereint Europa, die USA und Japan mit der universellen Sprache virtuoser Musik.

Konzert
Engelbert Wrobel bescherte seiner Heimatstadt wieder ein mitreißendes Jazzkonzert im Haus der Kunst. Archiv

Engelbert Wrobel bescherte seiner Heimatstadt wieder ein mitreißendes Jazzkonzert im Haus der Kunst. Archiv

Doro Siewert

Engelbert Wrobel bescherte seiner Heimatstadt wieder ein mitreißendes Jazzkonzert im Haus der Kunst. Archiv

Burscheid. Die Jazz-Fans stürmten ins Haus der Kunst: Wenn Engelbert Wrobel ein Konzert in Burscheid gibt, ist großer Andrang die Regel. Aber wenn außer seinem International Hot Jazz Quartet auch noch drei hochkarätige japanische Jazzmusiker angekündigt sind, ist die Begeisterung der Besucher vorprogrammiert.

Und wenn dann als Erstes der „Mississippi-Rag“ erklingt, der erste Ragtime überhaupt, 1897 veröffentlicht, dann wähnt man sich nicht nur selbst auf einem der berühmten Mississippi-Dampfer, sondern lässt sich wegtragen auf den Wellen eines hochprofessionellen Jazz mit Tiefgang.

Geistreiche Improvisationen über bekannte Songs

Die Musiker des von Engelbert Wrobel gegründeten Quartets, Duke Heitger (USA, Trompete), Engelbert Wrobel (Klarinette und Saxofon), Paolo Alderighi (Italien, Piano) und Bernard Flegar (Deutschland, Schlagzeug) reißen mit ihren geistreichen Improvisationen über bekannte Songs die Zuhörer so mit, dass die mit dem Klatschen gar nicht mehr aufhören wollen.

Das verstärkt sich noch mit dem Auftritt von Wrobels „Japanese Friends“, Eiji Hanaoka (Klarinette und Sopransaxofon), Nagome Sakuma (Gitarre) und Masato Kobayushi (Kontrabass). In unterschiedlichen Formationen spielen die Musiker zusammen: So die deutsch-japanischen Klarinetten im Duo, mal wie ein Gespräch, mal sich gegenüber stehend und sich abwechselnd bei Improvisationen über „High Society“, um schließlich wie zum Fechten aufeinander zuzugehen.

Oder Duke Heitger, der seine Trompete bis in die höchsten Höhen schrauben, aber auch mit einem Dämpfer fast wie ein Saxofon erklingen lässt, während Engelbert Wrobel mit seinem Bass-Saxofon ihn schwärmerisch ummalt.

Oder Eiji Hanaoka mit seinem virtuosen Klarinettenspiel in Kombination mit der Trompete. Oder ein hinreißendes Bass-Solo von Masato Kobayushi, kombiniert mit den sanften Gitarrenklängen von Nagome Sakuma und dem wild ausufernden Schlagzeug von Bernd Flegar.

„Engelbert von Tokio“ und der „Local Hero“

Brausenden Applaus erspielt sich Paolo Alderighi am Klavier mit seinen Improvisationen über „Ol‘ man river“. Er windet Girlanden um den bekannten Song, leise ansteigend bis in den Diskant und mit einem wahren Feuerwerk der Töne endend.

Schließlich finden sich alle Solisten noch einmal zu „Where is the Tiger“ zusammen und hissen dazu eine Fahne mit ihren Nationalitäten. Engelbert Wrobel fügt zur Freude der Burscheider Zuhörer noch eine kleine Burscheidfahne hinzu.

Noch einmal stellt er die Mitwirkenden vor, nennt launig Eiji Hanaoka „Engelbert von Tokio“, was dieser kontert, indem er Wrobel als „Local Hero“ tituliert.

.Dem Publikum sprechen beide damit aus dem Herzen: Es entlässt die Musiker erst nach einer Zugabe unter frenetischem Beifall.

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