Die Bürger von Blasberg wollen etwas für die Verbesserung der Verkehrssicherheit in ihrem Straßendorf tun.

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Michael Galley kümmert sich federführend um den Wunsch der Blasberger nach Verkehrsberuhigung.

Michael Galley kümmert sich federführend um den Wunsch der Blasberger nach Verkehrsberuhigung.

Doro Siewert

Michael Galley kümmert sich federführend um den Wunsch der Blasberger nach Verkehrsberuhigung.

Burscheid. Irgendwann Mitte Juli hat es Michael Galley gereicht. Er hat sich hingesetzt und einen Brief verfasst an seine Blasberger Nachbarn mit seinen Erkenntnissen über den Verkehr auf der Kreisstraße 2.

Danach halten sich 70 Prozent aller Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern. Bei den Motorradfahrern seien es sogar über 90 Prozent. Dank einer Messanlage wusste Galley von einem Spitzenwert von 110 km/h zu berichten.

Bis Ende August bat der 55-Jährige um Rückmeldungen. Inzwischen ist klar: 44 von 57 Blasberger Haushalten unterstützen seine Initiative. Und der Rücklauf brachte neben der Raserei noch ein zweites Problem auf die Tagesordnung: die vielen Parker, die vornehmlich am Wochende ihre Wagen am Straßenrand abstellen, um beispielsweise den örtlichen Pferdehof zu besuchen.

"Durch die langen Parkreihen fahren die Autos nicht langsamer, sondern schneller, weil sie zügig an der Reihe vorbei wollen und Gegenverkehr befürchten", schildert Galley seine Erfahrungen.

10 bis 15 Kinder spielen regelmäßig am Straßenrand

Für Kinder werde die Straßenüberquerung dadurch noch mehr zum unübersichtlichen Risiko. "Es gibt in Blasberg 10 bis 15 Kinder, die regelmäßig an der Straße spielen", sagt der zweifache Familienvater Galley.

Die K 2 reicht von der Witzheldener Straße in Hilgen über Paffenlöh, Blasberg, Dierath und Hamberg bis zur L58 in Lützenkirchen.

Die erste Tempo-30-Zone in Deutschland wurde 1983 im Rahmen eines Modellversuchs in der Innenstadt von Buxtehude eingerichtet.

In Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung heißt es: "Die Straßenverkehrsbehörden ordnen ferner innerhalb geschlossener Ortschaften, insbesondere in Wohngebieten und Gebieten mit hoher Fußgänger- und Fahrradverkehrsdichte sowie hohem Querungsbedarf, Tempo 30-Zonen im Einvernehmen mit der Gemeinde an. Die Zonen-Anordnung darf sich weder auf Straßen des überörtlichen Verkehrs (Bundes-, Landes- und Kreisstraßen) noch auf weitere Vorfahrtstraßen erstrecken."

"Wenn auf Grund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht", sieht die Straßenverkehrsordnung allerdings die Möglichkeit zu Tempobeschränkungen auch auf Vorfahrtsstraßen vor.

Weil er sich nach seiner Rundfrage von der deutlichen Mehrheit der Blasberger getragen fühlt, hat er jetzt mit einigen Mitstreitern ein Schreiben an die Kreisverwaltung aufgesetzt. Darin bitten die Anwohner um Unterstützung bei ihrem Bemühen um Verkehrsberuhigung. Ihre Ziele: Tempo 30 für die Ortsdurchfahrt in Blasberg, ein eingeschränktes Halteverbot für die gesamte langgezogene Kurve im Dorf und regelmäßige Kontrollen. Am Freitag wurde das Schreiben auf den Weg in Richtung Bergisch Gladbach gebracht.

"Jetzt hoffen wir auf einen Ortstermin, damit sich die Behörde hier ein Bild von der Situation machen kann", sagt Galley. Schließlich seien bei ihm persönlich schon zweimal Autos im Vorgarten gelandet. Drei Hunde seien bereits überfahren worden und allein in diesem Jahr drei Katzen. Und bei dem Unfall am Wochenanfang, wo ein Autofahrer wegen offenbar überhöhter Geschwindigkeit bei einem Ausweichmanöver einen Briefkasten und einen Verkehrsspiegel mitgerissen hat, sei es nur durch viel Glück bei Sachschaden geblieben. "20 Meter entfernt hatte ein Kind an der Straße gespielt."

Drei Jahre Kampf um Verkehrsinseln im Ort

Ein Einzelkämpfer wollte Michael Galley nie sein. Darum hat er sich bei der Dorfgemeinschaft rückversichert. Mahnendes Beispiel ist ihm dabei der Blasberger Klaus Juffern, Löschzugführer in Paffenlöh und einer der Unterstützer der neuen Bürgerinitiative. Anfang der 90er Jahre hatte Juffern allein auf weiter Flur um Verkehrsinseln für Blasberg gekämpft. Erst nach drei Jahren war er am Ziel. So lange soll es diesmal nicht dauern.

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