Bis Ende Oktober soll das Breitbandnetz von Netcologne stehen. Walter Müller glaubt, dass er dann in die Röhre schaut.

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Walter Müller an der Baustelle vor seinem Haus Am Sieferbusch. Am Dienstag tat sich plötzlich etwas und Arbeiter tauchten auf.

Walter Müller an der Baustelle vor seinem Haus Am Sieferbusch. Am Dienstag tat sich plötzlich etwas und Arbeiter tauchten auf.

Die Kabel werden per Roboter eingezogen.

Barbara Sarx, Bild 1 von 2

Walter Müller an der Baustelle vor seinem Haus Am Sieferbusch. Am Dienstag tat sich plötzlich etwas und Arbeiter tauchten auf.

Burscheid. Walter Müller ist sauer. Mitte Juli kündigte er seinen Vertrag beim Telekommunikationsanbieter Versatel zum 30. Oktober. Er hat sich – wie Hunderte zurzeit in Burscheid – für das neue Highspeed-Netz von Netcologne entschieden.

„Weil der neue Anbieter mir versichert hat, das funktioniert mit meinem Anschluss bis Ende Oktober, habe ich selbst gekündigt“, sagt der Bewohner der Straße Am Sieferbusch in Hilgen.

Doch der Termin platzt, glaubt Müller. Über die Technischen Werke Burscheid erfuhr er von dem für den Ausbau zuständigen Netcologne-Mitarbeiter, „dass Ende Oktober kein Anschluss am Sieferbusch zur Verfügung stehen wird“.

Schon Mitte September wurde der Burscheider skeptisch, weil die Bauarbeiten nach einer Verlegung der Leerrohre auf einer Länge von 100 Metern plötzlich stoppten – und die Arbeiter zwei Wochen nicht mehr zu sehen waren. Auf Nachfrage bei Netcologne war ihm gesagt worden, dass es Probleme mit der Anbindung an die Witzheldener Straße gibt.

Die Technischen Werke haben nichts mit den Arbeiten zu tun

Jürgen Malzkuhn, Vorstandssprecher der Technischen Werke, weiß von diesem Engpass, möchte aber nicht für die Kölner Firma sprechen. „Die Arbeiten stehen nicht in der Verantwortung der Stadt. Netcologne hat die Arbeiten selbst an eine Firma vergeben. Wir stellen nur unser Kanalnetz zur Verfügung.“

Der Ausbau des Highspeed-Breitbandnetzes (50 Mbit/s) von Netcologne hat im Frühjahr begonnen.

Ab Oktober, so heißt es in einer Pressemitteilung der Firma, werden die Anschlüsse „in den meisten Wohn- und Gewerbegebieten Burscheids zur Verfügung stehen“.

Netcologne-Sprecherin Judith Schmitz erklärt, dass die Arbeiten im Zeitplan sind. „Der Ausbau wird Ende Oktober beendet.“ Denkbar sei nur, dass es in Einzelfällen zu Problemen kommen könne. „Aber wir stehen dann mit den betroffenen Kunden im Dialog.“

Auf eine Internet- und Telefonversorgung müssten sie nicht verzichten, wenn sie die Kündigung dem neuen Anbieter überlassen hätten. Walter Müller hatte sich allerdings auf die Zusage von Netcologne verlassen und selbst den Vertrag beendet. Auch für seine Tochter, die wenige Meter von ihm entfernt wohnt, hat er dies übernommen. „Sie ist als Studenten dringend auf das Internet angewiesen.“

Auch für sie befürchtet er, dass der Übergang jetzt nicht nahtlos funktioniert. „Und davon sind ja womöglich auch Firmen betroffen.“

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