Jazzmusiker Engelbert Wrobel und seine Kollegen wissen die besondere Atmosphäre in Burscheid zu schätzen.

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Ein Finne, ein Niederländer, ein Deutscher: Die drei Tenorsaxofonisten um Engelbert Wrobel (r.) sind ein internationales Trio.

Ein Finne, ein Niederländer, ein Deutscher: Die drei Tenorsaxofonisten um Engelbert Wrobel (r.) sind ein internationales Trio.

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Ein Finne, ein Niederländer, ein Deutscher: Die drei Tenorsaxofonisten um Engelbert Wrobel (r.) sind ein internationales Trio.

Burscheid. Das Publikum im Haus der Kunst kann es kaum erwarten: Klatschend fordert es die Band auf, endlich die Bühne zu betreten. Schließlich betreten die drei Tenöre und die Swing Society den Konzertsaal. Doch anstatt ihre Instrumente zu greifen und loszulegen, setzt sich die Band um Engelbert Wrobel ers mal auf die leeren Plätze in der ersten Reihe. Nachdem die erste Verwunderung der Besucher verflogen ist, fangen sie an, laut zu lachen. Die sieben Musiker lassen sich nicht mehr lange bitten, betreten die Bühne und es folgen mehr als zwei Stunden mit klassischem Swing aus den 1930er und 40er Jahren.

Für die drei Tenöre war esdas erste Konzert in Burscheid. Das Trio, bestehend aus dem Finnen Antti Sarpia, dem Niederländer Frank Roberscheuten und dem Burscheider Engelbert Wrobel, hat sich vor fünf Jahren gegründet. An drei bis vier Wochenenden im Jahr treffen sich die Tenorsaxofonisten, (daher auch der Name), um gemeinsam mit Engelbert Wrobels Band, der Swing Society, aufzutreten.

Für Wrobel, der seit 16 Jahren in Burscheid lebt, war es der dritte Auftritt in der Stadt und quasi ein Heimspiel. "Im Publikum saßen ganz viele bekannte Gesichter", sagt der Musiker. "In Burscheid ist immer eine ganz besondere Stimmung, das Publikum geht richtig mit." Auch die beiden Gastmusiker aus Finnland und den Niederlanden haben das gespürt. Wrobel: "Die waren begeistert vom Publikum."

Die gute Stimmung im Haus der Kunst feuerte Engelbert Wrobel immer wieder mit seinen Ansagen an. Das erste Arrangement des Abends war "Bean Stalking" von Coleman Hawkins. Nicht nur ein bekannter Saxofonist, sondern auch ein leidenschaftlicher Koch, der besonders gerne Bohnen aß und deswegen auch dieses Musikstück nach seiner Leibspeise benannte. "Darum wollte auch nie jemand neben ihm sitzen", sagte Wrobel, bevor die Band das flotte Stück mit den Tenorsaxofonen anstimmte.

Höhepunkte waren die Stücke von Benny Goodman

Das Stück blieb nicht das einzige aus der Swingzeit der 1930er und 40er Jahre. Besondere Highlights waren die beiden Arrangements "Rachel’s Dream" und "The world is waiting", die zu Ehren des Musikers Benny Goodman gespielt wurden. Er wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Auch das Solo des Niederländers Frank Roberscheuten kam im Haus der Kunst gut an. Er spielte den bekannten Klassiker "Georgia on my mind".

Egal, ob die drei Tenöre oder die Bandmusiker, sie alle zeigten in Solo-Einlagen ihr Können an ihrem jeweiligen Instrument. Die drei Tenöre wechselten zwischen Tenorsaxofon und Klarinetten und griffen auch während der einzelnen Nummern jeweils zu unterschiedlichen Instrumenten, sodass die Musikstücke von einer ganz eigenen Klangvielfalt lebten.

Ohne die beiden Gastmusiker spielte die Swing Society ihr neues Stück "Cachita". Das Arrangement mit kubanischen Einflüssen ließ südamerikanisches Lebensgefühl aufkommen. "Cachita" findet sich auf dem Album "Twenty Years", das die Musiker zu ihrem 20-jährigen Bestehen in diesem Jahr veröffentlicht haben. Der Geburtstag wird am 13. November am Kölner Tanzbrunnen gefeiert.

Das Konzert in Burscheid endete mit dem bekannten "O sole mio", das die Musiker in einer Jazz-Version arrangiert hatten. Standing Ovations des Publikums waren der verdiente Lohn.

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