Der Vorstand wirft dem Regionalligatrainer Vertrauensbruch vor. Konfliktpunkt ist die Hilfe für das Verbandsligateam.

wza_1299x989_650295.jpeg
Ende einer Trainerkarriere: Norbert Bothe hatte nach dem Saisonende ohnehin als Handballtrainer aufhören wollen. Jetzt kommt der unfreiwillige Schlusspunkt schon sechs Spieltage vorher. (Archiv

Ende einer Trainerkarriere: Norbert Bothe hatte nach dem Saisonende ohnehin als Handballtrainer aufhören wollen. Jetzt kommt der unfreiwillige Schlusspunkt schon sechs Spieltage vorher. (Archiv

Jürgen Venn

Ende einer Trainerkarriere: Norbert Bothe hatte nach dem Saisonende ohnehin als Handballtrainer aufhören wollen. Jetzt kommt der unfreiwillige Schlusspunkt schon sechs Spieltage vorher. (Archiv

Burscheid. Die Bergischen Panther und Norbert Bothe gehen ab sofort getrennter Wege. Sechs Spieltage vor Saisonende teilte Panther-Vorsitzender Udo Birkenbeul dem Regionalligatrainer per E-Mail mit, dass er mit sofortiger Wirkung von allen Aufgaben entbunden sei. Bothe sei nicht zur notwendigen Kooperation bei der Unterstützung der abstiegsbedrohten Verbandsligamannschaft bereit gewesen.

Nach Darstellung des Vorstandsmitglieds Frank Jörgens habe es in der vergangenen Woche zwei Gesprächstermine des Vorstands mit der Mannschaft gegeben. "Wir wollten, dass die Spieler Tim Menzlaff, Robert vom Stein, Sebastian Ament und ein Torwart in der Verbandsliga aushelfen." Das sei von den Spielern und Bothe, "der im Hintergrund die Fäden zieht", abgelehnt worden. Auch der Rest der Mannschaft sei zu der Unterstützung nicht bereit gewesen.

Das Regionalligateam sei ein "Verein im Verein" geworden, kritisiert Jörgens. Das könne der Vorstand nicht hinnehmen. Auch den Spielern kündigte er Konsequenzen an. Ihnen sollte noch am Dienstagabend ein Angebot des Vorstands unterbreitet werden, dass sie bis Donnerstag bedenken können. "Wir wissen noch nicht, ob wir die Regionalligasaison zu Ende spielen", erklärte Jörgens.

Auch der Rücktritt des Managers Peter Schütte in der vergangenen Woche hat mit den Querelen zu tun. Der Vorstand war nicht damit einverstanden, wie Schütte angesichts des bevorstehenden Abstiegs aus der Regionalliga die kommende Oberligasaison planen wollte - unter anderem mit Rainer Hantusch als allein verantwortlichem Spielertrainer. Der Vorstand will stattdessen Kai Müller als Koordinator aller Herrenteams installieren und Hantusch zur Seite stellen.

Bothe sagt, er habe keine Spieler beeinflusst

Der freigestellte Bothe weist derweil die Vorwürfe des Vorstands zurück. "Tim Menzlaff hat ohne ein einziges Wort von mir abgelehnt, in der Verbandsliga zu spielen."

Kein Spieler sei von ihm in seiner Entscheidung beeinflusst worden. Er selbst, so Bothe, habe den Vorschlag des Managers Peter Schütte "in sich stimmig gefunden", für den Rest der Saison die Verbands- und Regionalligamannschaft komplett zu tauschen, um so wenigstens in der Verbandsliga den Klassenerhalt zu schaffen. "Aber der Vorstand hat sich für ein anderes Modell entschieden."

Bothe hatte in der vergangenen Saison das damalige Oberligateam der TG Hilgen übernommen und zum Aufstieg in die Regionalliga geführt. Der Platz wurde dann nach ihrer Gründung von den Bergischen Panthern übernommen. "Das war mein schöner Schlusspunkt. Was danach kam, habe ich geahnt." Seine Freistellung per Mail bezeichnete Bothe als "Geschmäckle".

Schon Ende 2009 war es zwischen ihm und dem Vorstand zu Spannungen gekommen, weil es unterschiedliche Vorstellungen zur Integration der Jugendspieler gab.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer