Anke Wischer, Vorsitzende der Musicalischen Academie, gastierte als Bratschistin des Duisburger Studio-Orchesters im Reich der Mitte.

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Anke Wischer posiert an der chinesischen Mauer, die auch Station ihrer Reise durch die Volksrepublik war. Sie liebt das Land, ist als Privatreisende schon mehrmals dort gewesen. (Fotos (2): privat)

Anke Wischer posiert an der chinesischen Mauer, die auch Station ihrer Reise durch die Volksrepublik war. Sie liebt das Land, ist als Privatreisende schon mehrmals dort gewesen. (Fotos (2): privat)

Anke Wischer posiert an der chinesischen Mauer, die auch Station ihrer Reise durch die Volksrepublik war. Sie liebt das Land, ist als Privatreisende schon mehrmals dort gewesen. (Fotos (2): privat)

Burscheid. Die Konzerthalle in der Verbotenen Stadt von Peking ist ein weihevoller Ort. Zahlreiche renommierte Orchester aus aller Welt sind dort bereits aufgetreten. Anke Wischer, in Burscheid bekannt als Vorsitzende der Musicalischen Academie, empfand ein "überwältigendes Gefühl", als sie Ende Dezember in diesem Musiktempel auftreten durfte. Als eine von mehreren Bratschistinnen des Studio-Orchesters Duisburg war sie unmittelbare Mitwirkende eines außergewöhnlichen Konzerterlebnisses.

Stationen in Peking, Shanghai,
Jiaxing und anderen Städten

Hintergrund: Das Studio-Orchester war gemeinsam mit dem Landesjugendchor NRW auf einer zehntägigen China-Tournee, die unter anderem vom Ministerpräsidenten, dem Auswärtigen Amt und dem Goethe-Institut gesponsert wurde. Neben der Hauptstadt der Volksrepublik gastierte man auch in Ningbo, Changxing, Jiaxing, Hangzhou und Shanghai.

"Mancherorts spielten wir vor mehr 2000 Zuschauern", erzählt Wischer. Eine gigantische Kulisse - ist doch klassische Musik nicht gerade ein Selbstläufer in Sachen Massenkultur. Wenn man bedenkt, dass Studio-Orchester und Landesjugendchor bloß Laien-Kollektive sind, mutet die Begeisterung des chinesischen Publikum umso erstaunlicher an.

Der Auftritt eines Orchesters
aus Europa - ein Highlight

"In den Provinzstädten abseits von Peking und Shanghai war der Enthusiasmus am größten", erinnert sich Wischer. Dort sei der Auftritt eines europäischen Orchesters nun einmal ein absolutes Highlight. Ungewöhnlich nur das Gebaren des Publikums, während Orchester und Chor aufspielten: "Erwachsene waren mit ihren Kindern da, und zusammen haben sie fröhlich mitgebrachtes Essen gemampft." Stören tat’s die Musiker freilich nicht. Andere Länder, andere Sitten.

"Die Geigen haben gequalmt,
und der Chor hat sich halb tot geackert."

Anke Wischer

Die Teilnahme Anke Wischers an der Reise beruhte auf einer spontanen Entscheidung: Als sich im Spätsommer vergangenen Jahres abzeichnete, dass das Studio- Orchester nicht genügend Musiker für seine China-Tournee zusammentrommeln können würde, sprang die China-Liebhaberin ein. Ohne lange zu überlegen. Der Kontakt zum Orchester war zuvor über persönliche Beziehungen zustande gekommen.

Das Tournee-Programm umfasste Stücke von Strauß, Verdi, Rossini oder Beethoven. Aber auch chinesische Komponisten wie Li Huanzhi zählten zum Repertoire. Heraus kam ein etwas wildes Potpourri, das den Brückenschlag zwischen chinesischer und abendländischer Musikgeschichte wagte. Besonders lauten Beifall gab’s am Ende für ein ehernes Großwerk der Hochklassik: Beethovens Schlusschor "Freude schöner Götterfunken" aus der Neunten Symphonie.

Vielleicht nur der verdiente Lohn für harte Arbeit - das 60-köpfige Studio-Orchester und der 80-köpfige Landesjugendchor waren nämlich bis ans Außerste ihrer Fähigkeiten gegangen, um die schwierig zu spielende Beethoven-Hymne eindrucksvoll klingen zu lassen. Wischer erinnert sich an die Mühen im Zeichen der Musik: "Da haben die Geigen gequalmt, und der Chor hat sich halbtot geackert."

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