Die Initiative Treffpunkt Ehrenamt ist ab sofort Ansprechpartner für freiwillige Helfer.

Soziales
Silke Riemscheid (4. v.l.) und ihr Team fördern mit ihrer freiwilligen Arbeit weiteres gesellschaftliches Engagement in der Stadt. Die Gruppe hat nach einem Zukunfts-Café zusammengefunden.

Silke Riemscheid (4. v.l.) und ihr Team fördern mit ihrer freiwilligen Arbeit weiteres gesellschaftliches Engagement in der Stadt. Die Gruppe hat nach einem Zukunfts-Café zusammengefunden.

Barbara Sarx

Silke Riemscheid (4. v.l.) und ihr Team fördern mit ihrer freiwilligen Arbeit weiteres gesellschaftliches Engagement in der Stadt. Die Gruppe hat nach einem Zukunfts-Café zusammengefunden.

Burscheid. Einen Kochkurs für Senioren leiten, Jugendlichen bei den Hausaufgaben helfen, Behinderte in den Urlaub begleiten – das sind sicherlich nicht die ersten Tätigkeiten, die bei dem Begriff „Ehrenamt“ in den Sinn kommen und doch wird in Burscheid für alle diese Aufgaben ein freiwilliger Helfer gesucht. Insgesamt 83 Lücken gilt es im Stadtgebiet zu füllen – in Altenheimen, Schulen, Behinderteneinrichtungen und Kirchengemeinden.

Um Burscheider Bürgern, die sich gerne mit gesellschaftlichem Engagement verdient machen möchten den Einstieg ins Ehrenamt zu erleichtern, hat sich jetzt die Initiative „Treffpunkt Ehrenamt“ formiert. Dahinter verbergen sich elf Burscheider, ihres Zeichens selbst Ehrenamtler, die ab sofort die Vermittlung der Helfer übernehmen. Die Idee zu der Ehrenamtsbörse entwickelte sich 2009 aus der Zukunftsinitiative Burscheid. Am Donnerstag gibt es zum ersten Mal eine offene Beratung im Rathaus (Raum 0.01, Erdgeschoss). Von 10 bis 12 Uhr kann sich hier ab sofort immer donnerstags jeder Interessierte kostenfrei informieren.

Die Initiative besuchte 61 Burscheider Einrichtungen

Hermann Greger von der Initiative erklärt: „Jeder entscheidet selbst, wann, wie oft und was er gerne machen möchte.“ Es gebe auch Angebote, die den Helfer nicht regelmäßig, sondern einmalig fördern. Um die Nachfrage in Burscheid zu ermitteln, nahmen die Mitglieder um Leiterin Silke Riemscheid einen großen Arbeitsaufwand auf sich. Das Team besuchte in vier Monaten 61 Einrichtungen persönlich und holte so die komplette Angebotspalette der Stadt ein. Greger vermutet: „Da kommen aber sicherlich noch welche nach. Ich denke mal, dass wir am Ende bei 90 verschiedenen Tätigkeiten landen könnten.“

Eine erste Vermittlung konnte die Gruppe bereits vor dem offiziellen Start vermelden. Riemscheid berichtet: „Eine Frau rief mich an, die von unserer Initiative gehört hatte.“ Inzwischen ist diese als Lesepatin im Kindergarten tätig und besucht zusammen mit ihrem Hund Senioren im Altenheim. Die Ehrenamtlerin sei mit ihren neuen Aufgaben sehr glücklich, so Riemscheid.

Bei der Stadt laufen zurzeit Überlegungen darüber, wie das Ehrenamt in Zukunft noch mehr gewürdigt werden könnte. Bürgermeister Stefan Caplan konnte nur soviel sagen: „Sicher ist, dass wir noch was tun wollen. Was, das ist im Moment noch offen.“ Eine Möglichkeit, der sich andere Kommunen bedienen, ist die sogenannte Ehrenamtskarte. Mit ihr bekommen freiwillige Helfer Preisnachlässe etwa beim Eintritt zu kulturellen Veranstaltungen oder beim Einzelhandel. Doch gerade der habe in Burscheid nicht so recht auf den Zug mit aufspringen wollen. Auch mit Blick auf die Haushaltssituation hatte sich der Hauptausschuss im Februar gegen eine Einführung ausgesprochen. Gerd im Sande, Fahrer beim Bürgerbus, findet: „Ich brauche keine Ehrenamtskarte.“ Lohn genug sei ihm die Rückmeldung der Fahrgäste.

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