Fünf Jahre nach der Einführung können keine Anträge mehr gestellt werden. Neue Mängelliste macht Wirten Druck.

hygiene
Juniorchef Matteo Salerno in seinem Restaurant. Er hat nichts gegen strengere Hygiene-Auflagen.

Juniorchef Matteo Salerno in seinem Restaurant. Er hat nichts gegen strengere Hygiene-Auflagen.

Doro Siewert

Juniorchef Matteo Salerno in seinem Restaurant. Er hat nichts gegen strengere Hygiene-Auflagen.

Burscheid. Die öffentliche Aufmerksamkeit war groß, das Ergebnis ist ernüchternd. Vor etwa fünf Jahren führte das Verbraucherministerium gemeinsam mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband einen Smiley-Aufkleber für Kneipen und Restaurants ein, die ihre Küche vorbildlich führen. Doch das Interesse der Gastwirte war gering – mittlerweile vergibt der Rheinisch-Bergische Kreis die Auszeichnung nicht mehr.

Birgit Bär vom Kreis führt das vor allem auf die mangelnde Reaktion der Kunden zurück: „Die Smileys haben nie Akzeptanz gefunden. Aber für unsere Kontrolleure haben sie deutlich mehr Arbeit bedeutet.“ Weil nach einigen Anfragen zu Beginn der Aktion auch die Wirte schon lange kein Interesse mehr zeigen, fiel die Entscheidung, die Aktion einzustellen. Für das Scheitern der Aktion ist laut Bär auch die schlechte Flächendeckung verantwortlich: „Köln hat von Anfang an nicht mitgemacht. Mit einer so großen Nachbarstadt ohne einen einzigen Smiley, hatte es die Auszeichnung auch bei uns schwer.“

Strafen von mehr als 350 Euro werden veröffentlicht

Während der Smiley positiven Druck auf die Gastronomen auswirken sollte, wurde jetzt der negative Druck verstärkt. Am 1. September 2012 ist ein neues Verbraucherinformationsgesetz in Kraft getreten. Darin werden die Behörden angehalten, Informationen über Mängel in Betrieben zu veröffentlichen.

Dieses Gesetz interpretieren die einzelnen Bundesländer allerdings sehr unterschiedlich: Während in Berlin bereits seit Monaten alle Ergebnisse von Lebensmittelkontrollen – inklusive Gesamtnote und Anzahl der Minuspunkte – im Internet einsehbar sind, gibt sich NRW zurückhaltend. „Wir dürfen aus Gründen des Datenschutzes gar nicht alle Ergebnisse veröffentlichen“, erklärt Birgit Bär. Nur – und das schreibt das Bundesgesetz explizit vor – wenn eine Strafe von mindestens 350 Euro für den Betrieb zu erwarten ist, wird der Name und die Adresse des Restaurants veröffentlicht.

Matteo Salerno vom Restaurant Deutsches Haus wäre auch in NRW für eine strengere Auslegung des Gesetzes: „Ich fände eine solche Liste gut. Es ist ja wichtig für die Kunden, zu wissen, dass die Hygiene gut ist“, sagt der 28-Jährige. Generell seien die Kontrollen im Kreis aber ausreichend: „Besonders weil wir auch Schulen beliefern, werden wir ständig kontrolliert.“

Am 1. September vergangenen Jahres ist ein neues Verbraucherinformationsgesetz in Kraft getreten. Darin werden die Behörden angewiesen, Verletzungen der Hygienevorschriften zwingend zu veröffentlichen, wenn eine Strafe von mindestens 350 Euro zu erwarten ist. Im Rheinisch-Bergischen Kreis gab es seit September noch keinen Fall. Alle Behörden in NRW veröffentlichen die Strafen im Internet.


www.lebensmitteltransparenz–nrw.de

Auch Anto Matkovic, Betreiber der Bergischen Stuben, reichen die aktuellen Kontrollen: „Wir werden mindestens ein Mal im Jahr kontrolliert – und das ist auch richtig so, Sauberkeit ist wichtig.“ Auch er spricht sich für die Veröffentlichung der Ergebnisse aus: „Da hätte ich absolut nichts gegen.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer