Burscheids Partnergemeinde in Österreich gedenkt am Samstag der zwölf Menschen, die bei der Brandkatastrophe im Februar 2008 ums Leben kamen.

Platz für den Neubau: Im März entscheidet sich, welches Projekt an der Stelle des inzwischen abgerissenen Vinzenzheims entsteht.
Platz für den Neubau: Im März entscheidet sich, welches Projekt an der Stelle des inzwischen abgerissenen Vinzenzheims entsteht.

Platz für den Neubau: Im März entscheidet sich, welches Projekt an der Stelle des inzwischen abgerissenen Vinzenzheims entsteht.

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Platz für den Neubau: Im März entscheidet sich, welches Projekt an der Stelle des inzwischen abgerissenen Vinzenzheims entsteht.

Burscheid/ Egg. "Nach außen ist es kaum noch spürbar", sagt Eggs Bürgermeister Norbert Fink. "Aber wenn man mit den Leuten redet, dann schon." Das Brandunglück im Vinzenzheim, es "hängt emotional noch über Egg, das ist unzweifelhaft".

Am Abend des 8. Februar 2008 hatte das Altenheim der 3400-Seelen-Gemeinde in Flammen gestanden. Elf Bewohner erstickten, eine weitere Frau erlag Tage später ihren Verletzungen. Ein schlimmere Brandkatastrophe hatte Österreich seit dem Drama im Tunnel der Gletscherbahn Kaprun im November 2000 mit 150 Toten nicht mehr erlebt.

Gedenkgottesdienst am Samstag in der Egger Pfarrkirche

Der Jahrestag naht, die Medienberichte in Österreich nehmen wieder zu, die Erinnerungen werden wachgerufen. Der neue Egger Pfarrer Friedel Kaufmann wird am Samstag um 8.30 Uhr in der Egger Pfarrkirche den Gedenkgottesdienst halten - dort, wo vor einem Jahr rund 1.000 Trauergäste, darunter auch der damalige österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ), von den Toten Abschied genommen hatten.

Ein anderer Ort der Trauer ist aber inzwischen verschwunden: Das Vinzenzheim wurde bereits im Frühsommer 2008 abgerissen. Die Bewohner, die das Unglück überlebten, sind auf andere Altenheime verteilt worden. An den knapp 20 Mitarbeitern wurde zum Großteil festgehalten: Sie sind weiter bei der Gemeinde angestellt und derzeit nur ausgeliehen.

Denn eines Tages sollen sie zurückkehren - in das neue Sozialzentrum, das die Vorarlberger Gemeinde an der Stelle des abgerissenen Vizenzheims plant. "Wir haben einen europaweiten Architektenwettbewerb ausgeschrieben", sagt Bürgermeister Fink. Am 10. März wird eine Jury die Auswahl treffen.

Für 2008 war die Feier des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft Egg-Burscheid geplant gewesen. Der Festakt sollte zum Auftakt des Frühlings- und Familienfestes stattfinden. Nach der Brandkatastrophe wurde er abgesagt.

Auch in diesem Jahr wird es keinen nachgeholten Festakt geben. Darauf haben sich die Bürgermeister Hans Dieter Kahrl und Norbert Fink im Januar verständigt. Das Partnerschaftsjubiläum soll, so Stadtpressesprecherin Renate Bergfelder-Weiss, nur in einem kleinen Rahmen gefeiert werden. Fink und seine Ehefrau Christel werden das Frühlings- und Familienfest am 9. und 10.Mai ohne Abordnung aus Egg besuchen. Ob es einen Partnerschaftsstand mit Vertretern aus Egg und Bourscheid gibt, wird derzeit noch geklärt.

Entstehen soll ein Pflegeheim mit 30 Betten und daran angegliedert noch ein Angebot für betreutes Wohnen mit 15Wohnungen. Damit wird die geplante neue Einrichtung die Größe des bisherigen Vinzenzheims deutlich überschreiten: Es hatte als reines Altenheim nur 26 Plätze.

Ende dieses oder Anfang des kommenden Jahres will die Gemeinde mit dem Bau beginnen. Er soll möglichst nach anderthalb Jahren abgeschlossen sein. "Eine Kostenschätzung liegt noch nicht vor. Das hängt von dem Projekt ab, das wir im März auswählen werden", sagt Fink. Offen ist auch, ob der Neubau wieder den Namen Vinzenzheim tragen wird.

Nachgeholter Festakt hätte nicht denselben Wert

Ein Nachholen des ursprünglich für 2008 geplanten Festakts zum Partnerschaftsjubiläum mit Burscheid hält der Egger Bürgermeister ein Jahr nach der Katastrophe nicht für sinnvoll: "Wenn man nicht dann feiert, wenn es wirklich ansteht, hat ein solcher Festakt nicht mehr den Wert - zumal wenn der Grund für das Nachholen noch so präsent ist."

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