Über 90 Teilnehmerinnen ließen sich im Gemeindehaus über die „Kunst des Vergebens“ informieren.

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Für Beate Weingardt (l.) ist Vergebung kein Opfer.

Für Beate Weingardt (l.) ist Vergebung kein Opfer.

Barbara Sarx

Für Beate Weingardt (l.) ist Vergebung kein Opfer.

Burscheid. Das Dilemma, im Streit mit einem geliebten Menschen zu stolz zu sein, um den ersten Schritt zur Versöhnung zu machen, kennt wohl jeder. Dass man sich aber in einer ungewissen Konfliktsituation noch schlechter fühlt als wenn man den eigenen Stolz überwindet und an des anderen Tür klopft, hat auch jeder schon einmal erlebt.

Nur die Lösung fällt so schwer. Ein Vortrag der Tübinger Psychologin und Theologin Beate Weingardt im Rahmen des 33.Frühstücks für Frauen wollte da Abhilfe geschaffen.

Das Frühstück für Frauen, eine Initiative der Evangelischen Kirchengemeinde Burscheid, hat eine lange Tradition und bietet seit nunmehr 17 Jahren die Gelegenheit, in fröhlicher Runde über Themen zu diskutieren und informiert zu werden, die Frauen interessieren und bewegen.

Das Projekt, das frei nach dem Motto "Von Frauen für Frauen" zurzeit in der Hauptsache ehrenamtlich von Margarete Melzner, Gabriele Schauen und Ursula Dabringhaus geleitet wird, findet seit 1992 zweimal jährlich statt und fand am Samstag mit über 90 Teilnehmerinnen jeder Konfession und jeden Alters so großen Anklang wie schon lange nicht mehr.

Die Veranstaltung im Gemeindehaus, die bei gemeinschaftlichem Frühstück mit anschließendem Referat neben vielen Informationen auch ausreichend Zeit für das ein oder andere Gespräch mit Bekannten bietet, trug dieses Mal den Titel "Das verzeih ich dir (nie) - Die Kunst des Vergebens".

Mit Humor eigene Lebensgeschichten eingeflochten

Das Thema, zu dem Referentin Beate Weingardt schon ihre Doktorarbeit verfasst hatte, fand überaus positive Resonanz. In ihrer kurzen Begrüßungsrede schilderte Simone Henn-Pausch mit der Geschichte der Sarah und Hagar aus dem Alten Testament schon einen passenden biblischen Konflikt. Danach präsentierte Weingardt ein gut zweistündiges Referat, bei dem stets mit Humor eigene Lebensgeschichten eingeflochten wurden und die Zuhörerinnen persönliche Meinungen und Erfahrungen mit einbringen konnten.

Die 49-jährige Tübingerin gab dem begeisterten Publikum eine Anleitung zum Aufbau der eigenen Selbstachtung und zur diplomatischen Lösung von Konflikten. Passend zum durchschnittlich gehobenen Alter der Teilnehmerinnen verwies Weingardt darauf, dass die meisten Menschen die Einstellung hätten, "das hat noch Zeit.". Man müsse über seinen Schatten springen, "doch so große Hüpfer machen wir im Alter nicht mehr".

Fazit: Vergebung sei kein Opfer, sondern ein Akt der Selbstliebe. Außerdem: "Um das Richten kümmert sich letztendlich der gerechte Gott."

Das nächste Frühstück für Frauen findet am 7. November statt, dann mit dem Thema "Frauen lügen anders".

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