Die UWG zieht ihren Antrag zurück, die Wandmalerei im Rathaus öffentlich sichtbar zu machen.

Burscheid. Nicht nur einmal hat die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Burscheid im Kulturausschuss versucht, die Fresken hinter der Verkleidung des Sitzungssaals im Rathaus freilegen zu lassen. Begonnen im Jahr 2015 wurde das Ansinnen jüngst im September dieses Jahres von UWG-Mitglied Barbara Sarx besonders vehement vorgetragen.

So sagte sie in dem Ausschuss: „Wir haben hier ein Pfund, mit dem wir wuchern können.“ Und sie bezog sich damit auch auf eine gescheiterte Rettungsaktion weiterer Fresken des Münchner Malers Ernst Maria Fischer.

Der Künstler hatte sich wie im Rathaus in der Villa Kroh in Tübingen verewigt. Doch die Villa wurde zum Abriss freigegeben, um an der Stelle ein modernes Gebäude mit sechs Wohneinheiten zu bauen. Der Investor gewährte den Restauratoren aber eine Frist vor dem Abriss, die Fresken herauszusägen und an anderer Stelle für die Nachwelt zu erhalten. Das sollte geschehen, allerdings krachte ein Tieflader, der die Wandstücke an einen anderen Ort bringen sollte, gegen einen Baum. Die Fresken waren nicht mehr zu retten – und die Burscheider Wandmalerei gelangte auf diesem Weg zu noch höherer Bedeutung. „Das ist ein Zeichen, wie wichtig diese Fresken sind“, ordnete Barbara Sarx damals die gescheiterte Rettungsaktion in Tübingen ein.

Völlig überraschend nun die Rolle rückwärts der UWG: „Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass auf längere Sicht gesehen keine Mittel im Haushalt zur Verfügung stehen. Wir wollen mit unserem Verzicht dazu beitragen, dass die freiwilligen Leistungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht erhöht werden“, begründet Fraktionschef Gerd Pieper den Rückzug seiner Fraktion.

Neu ist es allerdings nicht, dass freiwillige Leistungen nicht vorhanden sind. Und auch die Stadt hatte schon früh ihre Zweifel an einer Förderung geäußert.

Und so reduziert sich der kulturelle Vorstoß der Fraktion auf einen Ausschnitt der Originalfresken. Die UWG habe eine Kopie der Darstellung „Weisheit und Fleiß“ anfertigen lassen. Nun soll das Bild im Sitzungssaal aufgehängt werden. „Eventuell anfallende Kosten für Rahmung und Beschriftung werden von uns übernommen“, so Pieper.

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