Viele der Pflanzen seine von Pilzen befallen gewesen, sagt Hans-Christian Ludwig. „Man hätte die kranken Bäume noch eher fällen müssen.“

Hans-Christian Ludwig zeigt eine mit Brandkruste befallenen Buche, die gefällt werden musste.
Hans-Christian Ludwig zeigt eine mit Brandkruste befallenen Buche, die gefällt werden musste.

Hans-Christian Ludwig zeigt eine mit Brandkruste befallenen Buche, die gefällt werden musste.

Reste eines mit fortgeschrittener Weißfäule befallen Baumes. Von innen ist der Baum schon schwammig geworden.

Doro Siewert, Bild 1 von 2

Hans-Christian Ludwig zeigt eine mit Brandkruste befallenen Buche, die gefällt werden musste.

Burscheid. Wenn Bäume gefällt werden, führt das nicht selten zu einem Aufschrei. Der Vorwurf der Geldmacherei auf Kosten der Umwelt steht im Raum. Diese Kritik kennt Hans-Christian Ludwig durchaus. Immer wieder muss der Förster Aufklärungsarbeit leisten. Wenn er die Fällung von Bäumen anordnet, dann habe das immer einen Sinn und Zweck. So war es auch bei der Fällungsaktion an der Griesberger Straße, Ecke Pastor-Löh-Straße. Im Verwaltungsrat der Technischen Werke Burscheid wurde angemerkt, dass mehr Bäume der Motorsäge zum Opfer gefallen seien, als angekündigt. Das stimme auch, sagt der für Burscheid zuständige Förster. Es sei aber notwendig gewesen. Bürgermeister Stefan Caplan hat daran keinen Zweifel: „Wir vertrauen darauf, dass der Förster zum Schutz des Waldes handelt. Wenn er einen Baum fällen lässt, wird das einen Grund haben.“

Nichts hält ewig. Auch Bäume werden krank

Hans-Christian Ludwig zeigt am Ort auf einen Baumstumpf. Ein Loch, das in etwa die Größe eines Handballs hat, klafft im Stamm. Es reicht bis zum Boden. An der Seite des Stamms hat der Pilz auch eine Öffnung gefressen. Es wäre nicht mehr lange gut gegangen. Die über 100 Jahre alte Buche wäre früher oder später umgefallen und hätte im schlimmsten Fall einen Menschen verletzen können. Eher früher als später, merkt Hans-Christian Ludwig an. „Es ist ganz normal, dass Bäume absterben.“ Nichts hält ewig. Auch Bäume werden krank. Bei dieser Buche war so wenig gesundes Holz vorhanden, dass man problemlos ein Zollstock 80 Zentimeter tief in den Stamm hineinstecken hätte können. „Von außen kann man nicht sehen, dass der Baum von innen hohl ist. Für einen Laien sieht er gesund aus. Hier hätte eine Windböe gereicht“, erklärt Hans-Christian Ludwig.

Die Buche und weitere Bäume an der Griesberger Straße litten an Weißfäule und Brandkruste. Vor allem der zweite Pilz ist tückisch und breitet sich schnell aus. Die Brandkruste frisst ein Loch in den Baumstamm. Im Inneren wird das Holz schwarz und bröselt sehr schnell. Ohne besonderen Krafteinsatz lässt sich das befallene Holz mit der Hand abbrechen. Es erinnere dann an Holzkohle, beschreibt der Förster. Die Standsicherheit sei akut gefährdet gewesen. Um die umliegenden Häuser zu sichern, wurde die Säge angesetzt.

Es fielen darüber hinaus auch Fichten. Sie wurden „geerntet“, wie Ludwig erklärt – eine übliche Maßnahme zur Durchforstung. Schlagreife Bäume werden gefällt und durch neue ersetzt. So wird der Wald verjüngt. Das geerntete Holz wird verarbeitet.

Auch das kranke Holz wird verwertet. Die gefällten Bäume an der Griesberger Straße hatten ein stolzes Alter erreicht. Die Jahrringe im Holz zeigen, dass einige Pflanzen 130 Jahre alt waren. Die nächste Generation werde nicht lange auf sich warten lassen. Durch die Fällarbeiten gibt es in dem kleinen Waldstück nun eine Lichtung. „Es ist genügend Saat im Boden“, ist sich Ludwig sicher. Schon bald werden die ersten zarten Bäume wachsen. 15 Jahre braucht es, bis sie dann eine Größe von zehn Metern haben. „Man hätte die kranken Bäume noch eher fällen müssen.“

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