Die Grundsatzentscheidung über den Bau einer Unterkunft ist vertagt. Gesucht sind Grundstücksalternativen zum Luisental.

Die Grundsatzentscheidung über den Bau einer Flüchtlingsunterkunft ist vertagt. Gesucht sind Grundstücksalternativen zum Luisental.
Hier stand schon einmal ein Übergangswohnheim der Stadt Leverkusen. Für das Areal, das jetzt der Avea gehört, schlägt die Stadtverwaltung den Bau eines Flüchtlingsheims vor. Aber die Politik wollte die Entscheidung am Donnerstagabend noch nicht treffen.

Hier stand schon einmal ein Übergangswohnheim der Stadt Leverkusen. Für das Areal, das jetzt der Avea gehört, schlägt die Stadtverwaltung den Bau eines Flüchtlingsheims vor. Aber die Politik wollte die Entscheidung am Donnerstagabend noch nicht treffen.

Doro Siewert

Hier stand schon einmal ein Übergangswohnheim der Stadt Leverkusen. Für das Areal, das jetzt der Avea gehört, schlägt die Stadtverwaltung den Bau eines Flüchtlingsheims vor. Aber die Politik wollte die Entscheidung am Donnerstagabend noch nicht treffen.

Burscheid. Der Hauptausschuss hat am Donnerstagabend noch keine Grundsatzentscheidung zum Bau einer Flüchtlingsunterkunft im Luisental getroffen. Auf Antrag der SPD wurde das Thema noch einmal in die Fraktionen verwiesen. In der Politik gibt es große Bedenken zum Standort.

Bürgermeister Stefan Caplan hatte zuvor den Entscheidungsdruck erläutert. Die Stadt rechnet damit, dass die erst ab Oktober eingerichteten Plätze für die Erstunterbringung der Flüchtlinge im ersten Halbjahr 2016 wieder zurückgefahren werden, weil das Land seine eigenen Kapazitäten ausgebaut hat. Derzeit hält die Stadt in der Höhestraße in in Müllersbaum insgesamt 160 Plätze für das Land vor.

Fallen diese Plätze wieder weg, steigt aber die Zahl der Flüchtlinge, die der Kommune zur dauerhaften Unterbringung zugewiesen werden. Im Rathaus kalkuliert man bis Ende des Jahres mit 490 bis 600 Flüchtlingen, für die Unterkünfte bereitstehen müssen. Dazu reichen die Heime auf der Luisenhöhe sowie die privat angemieteten Wohnungen und Gebäude aber nicht mehr aus. „Wir rechnen im dritten Quartal mit einem Defizit von 160 bis 180 Plätzen“, sagte Caplan.

Abgelegene Lage wenig integrationsfördernd

Die Politik befindet sich in einem Dilemma. Einerseits sieht sie die städtische Verpflichtung zur Unterbringung der zugewiesenen Flüchtlinge, andererseits bewertet sie den Standort im Luisental aufgrund seiner abgelegenen Lage als wenig integrationsfördernd.

Man wolle noch einmal Zeit haben, um nach einem Alternativstandort zu suchen, erklärte Fraktionsvorsitzender Klaus Becker den SPD-Antrag auf Vertagung. „Wir haben auch kein Patentrezept, aber wir wollten uns nicht enthalten.“

Genau das, eine Enthaltung, hätte sonst das BfB vorgenommen: „Das Projekt an sich ist sinnvoll. Aber beim damaligen Heim der Stadt Leverkusen fiel das Wort Ghetto sehr häufig. Und wir haben damals gesagt, den Fehler darf Burscheid nicht wiederholen“, erklärte Michael Baggeler, räumte aber auch ein: „Bei der Frage nach der Alternative kommen wir ins Stottern.“

Die CDU hätte wie FDP und UWG den Verwaltungsvorschlag grundsätzlich mitgetragen (und zwar in der Variante 1 mit späterer möglicher Nutzung als sozialer Wohnungsbau). „Aber wenn wir Zeit haben zu reflektieren, dann sollten wir uns diese Zeit nehmen“, so Hartmut Schepanski. Die Grünen brachten als Alternative das städtische Grundstück an der Balkantrasse zwischen Busbahnhof und Megafon ins Gespräch. Für ihren Vorschlag, das Heim (wenn auch nicht im Luisental) kombiniert für Flüchtlinge und Studenten zu konzipieren, zeichnet sich aber schon jetzt keine Mehrheit ab.

Viel Zeit zur Diskussion bleibt den Ratsfraktionen nicht. Noch vor Karneval will Bürgermeister Caplan zu einer Entscheidung kommen, um den notwendigen Neubau rechtzeitig auf den Weg bringen zu können.

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