Gesetzlich zwingend sei die getrennte Sammlung nicht. Und die Ökobilanz gegenüber dem Ist-Zustand falle negativ aus.

Müllentsorgung
Ein Streitthema in Burscheid, die Biotonne.

Ein Streitthema in Burscheid, die Biotonne.

dpa

Ein Streitthema in Burscheid, die Biotonne.

Burscheid. Eigentlich, versichert der FDP-Fraktionsvorsitzende Gert Weber, habe man den Antrag zur Biotonne schon viel früher fertig haben wollen. Er will die elf Seiten damit von dem Ruch befreien, sie seien allein wahltaktisch motiviert. Aber schon allein der Umfang macht deutlich: Da steckt viel Arbeit drin. Seit im vergangenen November das geplante Comeback der Biotonne bekannt wurde, hat sich vor allem FDP-Mitglied und Chemiker Wolfgang Krämer in das Thema eingearbeitet. Das Ziel: die Wiedereinführung der Biotonne in Burscheid noch zu verhindern.

BAV plant Einführung zum 1. Januar 2015

Der Antrag richtet sich an die Verbandsversammlung des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes (BAV). Sie soll beschließen, auf die Einführung der Biotonne in Burscheid zu verzichten. Der BAV sieht die Wiedereinführung zum 1. Januar 2015 vor und beruft sich dabei auf die gesetzlichen Vorgaben. Genau die werden aber von der FDP bestritten. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) sehe nur vor, dass Bioabfälle einer Verwertung zugeführt werden müssten. Derzeit wird der Burscheider Bioabfall über den Restmüll im Leverkusener Müllheizkraftwerk zur Energiegewinnung genutzt.

Außerdem sei gesetzlich festgelegt, dass vor der Umstellung eines vorhandenen Abfuhrsystems Kriterien berücksichtigt werden müssten, die einer Ökobilanz gleichkämen. „Das hat der BAV aber bisher nicht gemacht“, kritisiert Krämer.

Das hat er selbst nun in aufwendigen Berechnungen selbst versucht und dabei die Transportfahrten zur Biogasanlage Leppe im oberbergischen Lindlar einberechnet. Seine Bilanz: Die Einführung der Biotonne in Burscheid führe zu 29 Tonnen mehr CO2-Ausstoß pro Jahr. Der Energieverlust gegenüber der derzeitigen Verbrennung in Leverkusen entspreche dem jährlichen Stromverbrauch von 48 Zwei-Personen-Haushalten. Und dem Gewinn von 420 Tonnen Feuchtkompost (= 39 Tonnen Torf und 13 Tonnen Mineraldünger) stehe ein Ressourcenverbrauch von 44 Tonnen Erdöl gegenüber.

Unter dem Strich kommt die FDP daher zu dem Schluss: „Die Einführung einer Biotonne in Burscheid ist abzulehnen.“ Das sei, so Weber, nicht mit einer grundsätzlichen Ablehnung der Biotonne gleichzusetzen. „Es geht uns um die Situation hier vor Ort.“ Die anderen Fraktionen seien schon im vergangenen Jahr informiert worden, dass ein Antrag in Vorbereitung sei. Zumindest bei CDU, BfB und Freien Wählern wird die FDP dabei auf offene Ohren stoßen.

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