Bereits zum dritten Mal stellen HPZ-Bewohner ihre Werke in Burscheid aus.

Kultur
Senioren und Bewohner des Heilpädagogischen Zentrums stellten ihre Werke am Wochenende zum dritten Mal im Badehaus aus.

Senioren und Bewohner des Heilpädagogischen Zentrums stellten ihre Werke am Wochenende zum dritten Mal im Badehaus aus.

Doro Siewert

Senioren und Bewohner des Heilpädagogischen Zentrums stellten ihre Werke am Wochenende zum dritten Mal im Badehaus aus.

Burscheid. Wer am Sonntag den Weg in das Burscheider Badehaus fand, wurde mit einem exklusiven Blick auf ganz besondere Kunstwerke belohnt. Die Künstler: Menschen mit geistiger Behinderung und Senioren des Altenzentrums Luchtenberg-Richartz-Haus.

Nachdem das inklusive Kunstfest feierlich durch die Vorsitzende des Kulturvereins, Jelle von Dryander, eröffnet wurde, hatten die Gäste ausgiebig Gelegenheit, die Werke der insgesamt 13 Künstler auf sich wirken zu lassen.

Bereits zum dritten Mal stellten die Künstler aus dem heilpädagogischen Zentrum (HPZ) ihre Werke aus. Dabei ist die Lage des Ausstellungsortes natürlich ideal, liegt das Badehaus doch in der direkten Nachbarschaft.

Neben den HPZ-Bewohnern zeigten in der Vergangenheit auch die Senioren des Altenzentrums ihr künstlerisches Potenzial. Unter den Senioren, die im Rahmen eines Projekts der Zukunftsinitiative bereits seit dem Sommer 2011 an verschiedenen Projekten zur Verschönerung ihres Gartens arbeiten, fanden sich gleich vier Künstler, die ihre Aquarelle ebenfalls im Badehaus ausstellten wollten.

Darunter auch die 79-jährige Evelyn Drees, die bereits nach zwei Aquarelliertreffen, in denen die Senioren von der Kunstpädagogin Claudia Kubica unterstützt wurden, zwei Kunstwerke fertiggestellt hatte. „Man muss am Anfang nur gucken, welche Pinsel man für welches Motiv benutzt. Aber wenn man da die Wahl erst mal getroffen hat, macht es große Freude“ berichtete Drees.

Die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen hat das dritte Kunstfest möglich gemacht. Dazu gehören: das HPH-Netz des Landschaftsverbands Rheinland, der Kulturverein Burscheid, die Zukunftsinitiative Burscheid, das Altenzentrum Luchtenberg-Richartz-Haus, der Treffpunkt Ehrenamt Burscheid, und der Verein Eigenart.

Die Bilder der HPZ-Bewohner aus Burscheid sind in Hilgen entstanden, wo sie sich einmal die Woche zum Malkurs treffen. In ihrem Schaffensprozess unterstützt werden auch diese Künstler von Claudia Kubica und ihren Kolleginnen. So entstanden dort zumeist Acrylarbeiten auf Leinwänden wie die „Geheimnisvolle Tür“ von Marlies Reisch. Ihre Idee zu dem Bild lieferte sie gleich mit: „Das Spannende sind immer die Geheimnisse dahinter.“

„Dame in Rot“ sticht in der Mitte des Badehauses ins Auge

Neben den Bildern stach vor allem die „Dame in Rot“ ins Auge, die in der Mitte des Badehauses aufgestellt war. Die Skulptur aus Maschendraht und Pappmaché ist eine Gemeinschaftsarbeit der HPZ-Künstler, die in den vergangenen zehn Jahren immer wieder ummodelliert und neu bemalt wurde. Die Dame in Rot wurde im Übrigen, genauso wie viele der anderen Kunstwerke, zum Verkauf angeboten.

Neben der Kunstausstellung im Badehaus nutzten die Besucher das Angebot auf dem Vorplatz des heilpädagogischen Zentrums direkt nebenan, wo unter großen Pavillons ein Grillfest auf sie wartete. Neben Salaten, Grillgut und Kaltgetränken griffen viele Gäste, auch wegen des regnerischen Wetters, zu Kaffee und Tee.

Bilanz der Veranstalter nach der Ausstellung am Samstag: Zum einen bekamen die Künstler durch das Kunstfest ihre verdiente Anerkennung, da ihre Werke einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurden. Zum anderen kamen die Kunstliebhaber auf ihre Kosten, denen, ohne eine solche Ausstellung, der Blick auf diese Kunstwerke wohl verwehrt geblieben wäre.

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