Burscheider helfen seit Jahren den Ärmsten in Tansania. Mit ihren Spenden können Kinder zur Schule gehen und über AIDS aufgeklärt werden.

Die Hilfe kommt an: Die Kinder bedanken sich mit Bananen bei den Helfern (oben), die auch etwa Schuluniformen finanzieren.
Die Hilfe kommt an: Die Kinder bedanken sich mit Bananen bei den Helfern (oben), die auch etwa Schuluniformen finanzieren.

Die Hilfe kommt an: Die Kinder bedanken sich mit Bananen bei den Helfern (oben), die auch etwa Schuluniformen finanzieren.

Die Hilfe kommt an: Die Kinder bedanken sich mit Bananen bei den Helfern (oben), die auch etwa Schuluniformen finanzieren.

Johannes Scharge und Maria Bernhardt sind Teil des Arbeitskreises Tansania.

Maria Bernhardt, Bild 1 von 3

Die Hilfe kommt an: Die Kinder bedanken sich mit Bananen bei den Helfern (oben), die auch etwa Schuluniformen finanzieren.

Burscheid. In diesen Tagen wird viel über jene Helfer geredet, die sich in Burscheid um die Flüchtlinge und die Armen kümmern, die vor Ort versorgt werden müssen. Dabei geraten oft jene etwas in den Hintergrund der Zeitungsschlagzeilen, die bereits seit Jahren zumeist hinter verschlossenen Türen den ärmsten Menschen auf der Welt helfen, damit sie vor Ort ihre Lebensbedingungen mit einer guten Perspektive gestalten können - und dies auch schaffen.

Der „Arbeitskreis Tansania“ der katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius ist solch eine Initiative. Seit dem Jahr 2000 kümmern sich die Helfer um Aids-Opfer in Bukoba (an der Westküste des Viktoriasees im Nordwesten von Tansania). Ein Programm mit dem Namen Kakau, mit dem die Folgen der Immunerkrankung an den Wurzeln bekämpft werden sollen, gibt es dort seit 1991. Die katholische Gemeinde in Burscheid unterstützt dieses Kontrollprogramm der dortigen Diözese. Um den entsprechenden Kontakt und die permanente Vernetzung kümmern sich Johannes Schrage, Maria Bernhardt, deren Mann Helmut, und Elke Junior - der Arbeitskreis Tansania.

„Wir müssen denen nicht mehr sagen, wie ernst das Problem ist.“

Maria Bernhardt über die veränderte Einstellung gegenüber HIV/Aids in Tansania

„Wir spenden kontinuierlich“, erklärt Johannes Schrage, „3000 Euro sind immer fest zugesagt und werden im Januar überwiesen.“ Dass dieser feste Betrag regelmäßig gezahlt werden kann, habe auch etwas mit der Grundhaltung der Menschen in der Gemeinde zu tun – und mit denen, die ständig an dem Projekt arbeiten und es kundtun. Schrage: „Wir schaffen es, ein gewisses Level an Bewusstsein in der Gemeinde zu halten.“ So setzt sich die Summe zumeist aus Beträgen der Kollekte (1000 Euro), Dauerspenden, Einzelspenden aber auch Geburtstagen oder Jubiläen zusammen. „Wir hatten kürzlich sogar ein Ehepaar, das anlässlich seiner Goldhochzeit zu Spenden für Kakau aufgerufen hatte.“ Durch die ständige Spendenbereitschaft sei es 2016 sogar möglich gewesen, zusätzlich 4000 Euro der Diözese zukommen zu lassen. Nach einem schweren Erdbeben im September 2016 hatten viele Menschen ihr einziges Hab und Gut verloren. „Genau die Menschen, die wir dort 2007 und 2012 besucht haben, sind betroffen“, erläutert Maria Bernhardt.

Bei diesen Besuchen habe die Burscheider Gruppe auch den Erfolg ihrer Unterstützung wahrnehmen können. Zum einen würden die Zahlen der Aids-Opfer und Betroffenen mittlerweile „gedrückt“. Zum anderen habe man auch an der Haltung und der Diskussionsbereitschaft der Menschen gemerkt, dass sie sich in dem fünfjährigen Zeitraum weiterentwickelt hätten. „Das ist dort ein verdrängtes Problem gewesen. Als wir bei unserem ersten Besuch in einer Schule waren und dort das Problem angesprochen wurde, haben manche Mädchen gekichert“, erinnert sich Schrage. Nur fünf Jahre später, sei auch in der Öffentlichkeit ernsthaft über das Thema diskutiert worden.

100 Menschen haben sich freiwillig testen lassen

Ein Problembewusstsein sei entstanden. Sogar wenn die Musikgruppe des Kakau-Projekts, die mit einem ihrer Lieder sogar in den Charts in Tansania gelandet sei, auf offener Straße musiziert habe, um auf die Initiative aufmerksam zu machen. „Die Menschen haben sich ansprechen lassen und traten mit der Gruppe in einen Dialog“, so Bernhardt, die heute sagt: „Wir müssen denen nicht mehr sagen, wie ernst das Problem ist.“ 100 Menschen seien während ihres Besuchs freiwillig zu einem Test gekommen. Das sei noch vor zehn Jahren undenkbar gewesen. „Aber wir fahren nicht dort hin, um sie zu kontrollieren. Die Menschen dort nehmen unseren Besuch als Wertschätzung wahr“, ergänzt sie.

Und diese Wertschätzung werde daran deutlich, dass sogar die Ärmsten, die mittlerweile Ziegen und ein bisschen Landwirtschaft hätten, sich beispielsweise mit einer Staude Mini-Bananen als Abschiedsgeschenk bedankt hätten, die sie eigentlich selbst zum Leben bräuchten.

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