Der 80-Liter-Behälter soll laut Bav 40 bis 45 Euro kosten. Die kurze Bedenkfrist sorgt für Kritik.

Burscheid. Der Bergische Abfallwirtschaftsverband (Bav) hat damit begonnen, seine Anschreiben zur Einführung der freiwilligen Biotonne zu verschicken. Ab 1. Januar 2015 dürfen Bioabfälle nicht mehr über die Restmülltonne entsorgt werden. Wer zur Entsorgung eine Biotonne will, muss das dem Bav bis zum 24. Oktober mitgeteilt haben.

Laut Schreiben wird die 80-Liter-Biotonne 40 bis 45 Euro pro Jahr kosten, die 120-Liter-Biotonne 60 bis 65 Euro und die 240-Liter-Biotonne 120 bis 130 Euro. Wer einen Filterdeckel auf der Tonne wünscht, zahlt einmalig 35 Euro dazu.

Alternativ oder parallel zur Biotonne kann der Bioabfall auch auf dem eigenen Grundstück kompostiert oder beim Wertstoffhof Remondis in Heide und dem Biomassehof der Avea in Heiligeneiche kostenlos abgegeben werden.

Wer durch die Trennung des Biomülls künftig eine kleinere Restmülltonne braucht, kann die Änderung ab sofort zum Jahreswechsel beantragen.

Reaktionen von BfB und den Freien Wählern

Zu dem Schreiben gibt es inzwischen kritische Reaktionen von BfB und Freien Wählern. Das BfB moniert die Versendung kurz vor den Herbstferien und die Anwortfrist. Sie sei gerade wegen der Ferien zu kurz.

Außerdem sieht das BfB das Problem, dass der Bav überwiegend nur Küchenabfälle zur Vergärung auf der Deponie Leppe erhalte, wenn Grünschnitt wie bisher eigenkompostiert oder an den Sammelstellen abgegeben werde. Küchenabfälle seien zur Vergärung aber oft gar nicht geeignet.

Die Freien Wähler kritisieren neben der kurzen Frist auch, dass Speisereste und Knochen auf dem Kompost landen müssten, wenn man auf die Biotonne verzichten wolle. Das könne aber Ratten und Ungeziefer anlocken. Auch reiben sich die Freien Wähler am Tonfall des Schreibens. Er sei keine Werbung für die Biotonne, sondern erinnere „an einen amtlichen Zustellungsbefehl“.

bavweb.de

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