38 Schüler haben es geschafft – sechs von ihnen mit der Qualifikation für die Oberstufe. Unversorgt ist niemand.

Zur Musik des weltweit populären Songs „Gangnam Style“ hatten die Fünftklässler der Hauptschule eine lebendige Choreografie einstudiert.
Zur Musik des weltweit populären Songs „Gangnam Style“ hatten die Fünftklässler der Hauptschule eine lebendige Choreografie einstudiert.

Zur Musik des weltweit populären Songs „Gangnam Style“ hatten die Fünftklässler der Hauptschule eine lebendige Choreografie einstudiert.

Doro Siewert

Zur Musik des weltweit populären Songs „Gangnam Style“ hatten die Fünftklässler der Hauptschule eine lebendige Choreografie einstudiert.

Burscheid. Veränderungen können verunsichern, Angst und Traurigkeit hervorrufen. Mit diesem Hinweis auf das absehbare Ende des Schultyps Hauptschule wollte Rektorin Waltraud Schmitz aber nicht die Stimmung der Entlassfeier dämpfen. Dass die Schule in ihrer jetzigen Form keine Zukunft mehr hat, lässt sich schließlich nicht auf ihre Absolventen übertragen. Dagegen sprechen schon die vielen hoffnungsvollen Zeichen, die sich mit den jüngsten Zehnklässlern verbinden.

Insgesamt 38 Schüler verlassen die Friedrich-Goetze-Hauptschule in diesem Jahr. 17 von ihnen haben den mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife) geschafft, sechs davon sogar mit der Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. Alle übrigen haben immerhin den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 in der Tasche.

Von dem „pflegeleichten Jahrgang“ (Rektorin Schmitz) geht auch niemand ohne Perspektive in die Zukunft. Sechs haben einen Ausbildungsplatz gefunden, zwei werden zunächst ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. Der Rest wird im Berufskolleg weiter die Schulbank drücken.

Buchgeschenke für soziale Kompetenz

Doch nicht nur die Noten entscheiden über die Zukunft der Schulabgänger. Im Rahmen der Entlassfeier gab es von Federal-Mogul finanzierte Buchgeschenke für Schüler aller Jahrgangsstufen. Gründe für die Auszeichnung: Freundlichkeit, Hilfsbereitschafte, ausgleichendes Wesen in Konfliktfällen, Einsatz in der Schülervertretung – eine unter Beweis gestellte soziale Kompetenz, die in den Personalabteilungen später sehr gefragt ist.

Momente der Rührung und Belustigung bescherte Beate Rokus, Klassenlehrerin der 10a, den Gästen der Entlassfeier mit ihrem Rückblick in Bildern. Die Zehntklässler, letzter Halbtagsjahrgang der Hauptschule, begegneten noch einmal ihren Passfotos aus der Zeit des Schulwechsels und ihren damals notierten Wünschen, zum Beispiel, „dass alles in der Schule gut läuft“.

Das mag nicht ständig und bei jedem Hauptschüler in Erfüllung gegangen sein. „Ihr habt es nicht immer leicht mit uns gehabt“, sagte Schülersprecher Julian Busse in Richtung der Lehrer. „Aber wir mit euch auch nicht.“ Abschied nahmen Freitag nicht aber nur die Schüler, sondern auch zwei altgediente Lehrer: Heinz Klee und Edda Rotzoll wechseln in den Ruhestand.

Veränderungen können verunsichern. Sie können aber auch Energien freisetzen. Begonnen hatte die Feier daher ganz passend mit „Freude schöner Götterfunken“.

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