Ausschuss befasst sich mit Umfrageergebnissen zur Unterbringung von Kindern und besucht eine Kita.

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Die Macher der Ausstellung Fühlfragen: Sabine Henke (l.) und Jürgen Salewski vom Fachdienst Prävention des Diakonischen Werkes Remscheid-Lennep sowie ihre katholische Kollegin Sandra Schönfeld.

Die Macher der Ausstellung Fühlfragen: Sabine Henke (l.) und Jürgen Salewski vom Fachdienst Prävention des Diakonischen Werkes Remscheid-Lennep sowie ihre katholische Kollegin Sandra Schönfeld.

Barbara Sarx

Die Macher der Ausstellung Fühlfragen: Sabine Henke (l.) und Jürgen Salewski vom Fachdienst Prävention des Diakonischen Werkes Remscheid-Lennep sowie ihre katholische Kollegin Sandra Schönfeld.

Burscheid. Nicht nur die Wanderausstellung "Fühlfragen" macht derzeit in Burscheid Station, am Montagabend tagte auch der Jugendhilfeausschuss des Kreises im Haus der Kunst.

Inmitten des Mitmach-Parcours, der noch bis zum 7. Juli für Burscheider Grundschüler der dritten und vierten Klassen aufgebaut ist, stand unter anderem die Diskussion über die Ergebnisse der Elternbefragung zum Betreuungsbedarf der Kinder bis sechs Jahre auf der Tagesordnung.

Im April 2009 waren 2.300 Fragebögen an Eltern mit kleinen Kindern verschickt worden. Ziel war es, einen Einblick in die Elternbedürfnisse zu bekommen, und auf dieser Grundlage die weitere Ausbauplanung der Kindertagesbetreuung abzustimmen. Die Rücklaufquote lag bei über 50 Prozent.

Planung und Bedarf stimmen weitestgehend überein

Die Ergebnisse in Burscheid, Kürten und Odenthal wichen kaum vom Querschnitt aller beteiligten Kommunen ab und zeigten, dass Versorgungsplanung und -ziele weitestgehend dem Bedarf entsprechen und die Anforderungen an die Tagesbetreuung auch künftig erfüllt werden können.

Besonders wichtig erschienen den Eltern die Betreuung ihrer Kinder in allen Altersbereichen. 19,5 Prozent der Eltern wünschten sich längere Öffnungszeiten ihrer jeweiligen Einrichtung bis 17 Uhr.

Noch bis zum 7. Juli gastiert die Wanderausstellung im Haus der Kunst. Am letzten Tag steht die Ausstellung für jedermann offen. Burscheid ist die letzte Station im Rheinisch-Bergischen Kreis, bevor nach den Sommerferien in Rösrath der zweite Umlauf startet.

Themenfelder sind Körper, Gefühle, Miteinander, Konflikte, Hilfe holen und sexueller Missbrauch.

Seit 2008 haben insgesamt 226 Schulklassen mit rund 4.800 Schülern die Ausstellung besucht. 2005 wurde das Projekt, das vom Arbeitskreis Psychosoziologie Prävention für den Kreis entwickelt worden war, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zweites Thema war der Bericht zur Kindertagespflege, mit dessen Erstellung der Jugendhilfeausschuss im Mai 2009 die Kreisverwaltung beauftragt hatte. Hier wurden als Ziele für dieses Jahr unter anderem eine verstärkte Beratung der Tagesmütter und -väter bei der Betreuung, die Erstellung einer Tagespflege-Datenbank und eine Anbindung der Tagespflegepersonen an die Familienzentren ausgegeben.

Tagesmütter an das Familienzentrum angebunden

Gerade der letzte Punkt wird bereits im Familienzentrum auf der Schützeneich umgesetzt. Der Ausschuss machte sich vor Ort ein eigenes Bild von der Einrichtung. Hier ist es möglich, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten eine Betreuung der Kinder durch eine Tagesmutter zu gewährleisten. Seit 2007 ist die Anzahl der Tagespflegekinder in Burscheid, Kürten und Odenthal von 35 auf 62 angestiegen, davon 19 in Burscheid.

Katrin Fassin vom Kinderschutzbund und Jürgen Salewski vom Fachdienst Prävention der Diakonie informierten den Ausschuss über die Wanderausstellung "Fühlfragen" für Kinder von acht bis zehn Jahren.

An zehn Spielstationen können die Grundschüler ihren Körper entdecken, in Gesprächskreisen werden sie für bestimmte Situationen sensibilisiert: Wen kann ich anrufen, wenn ich in Not bin? Wie sage ich jemandem, dass er mich nicht anfassen soll? Fragen wie diese werden im Dialog mit den Kindern beantwortet.

"Den eigenen Körper zu kennen ist wichtig. Denn so kann man auch in einer Notsituation darüber sprechen", sagt Katrin Fassin. Eine Hilfekarte mit den wichtigsten Ansprechpartnern und Telefonnummern, beispielsweise von Eltern, Großeltern oder Freunden, ist ein weiterer Baustein der Präventionsarbeit.

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