Im März veröffentlichen Waltraud Küpper und Eggert Schiffler die erste Chronik des Ortsteils: „500 Jahre Hilgen.“

Waltraud Küpper und Eggert Schiffler haben bergeweise Bilder und Dokumente gesichtet.
Waltraud Küpper und Eggert Schiffler haben bergeweise Bilder und Dokumente gesichtet.

Waltraud Küpper und Eggert Schiffler haben bergeweise Bilder und Dokumente gesichtet.

Barbara Sarx

Waltraud Küpper und Eggert Schiffler haben bergeweise Bilder und Dokumente gesichtet.

Burscheid. Die Zeit drängt - nach 500 Jahren. Bevor die Festlichkeiten zum großen Hilgener Jubiläum im Mai beginnen, müssen Waltraud Küpper und Eggert Schiffler die erste umfangreiche Chronik über ihren Ortsteil fertig haben: "500 Jahre Hilgen - ein Dorf im Wandel der Jahrhunderte." Im März soll die etwa 190 Seiten starke Festschrift in einer Auflage von 500 bis 600 Exemplaren erscheinen. Der Preis steht schon fest: zwölf Euro.

Ein Jahr haben die beiden Hilgener daran gearbeitet. Ein Jahr akribischer Recherche - begonnen mit einem kleinen Moment der Aufmerksamkeit: "Wir haben in historischen Veröffentlichungen entdeckt, dass Hilgen im Jahre 1510 Abgaben an die Evangelische Kirche in Wermelskirchen zu leisten hatte", erläutert Eggert Schiffler den Ursprung der 500-Jahr-Feier und damit den ersten Gedanken an eine umfangreiche Chronik. Die Abgabeliste wurde exakt am 1. Oktober 1510 angefertigt. "Da wurde Hilgen nach unseren Recherchen das erste Mal erwähnt. Die Ortschaften sind natürlich viel älter", erklärt Waltraud Küpper.

Überraschenderweise hat sich die 59-Jährige bei der Erforschung der Heimat selbst entdeckt: auf einem Foto als Vierjährige ausgerechnet neben Schiffler. Der 71-jährige trug 1954 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der TGH die Jubiläumszahl - und daneben sprang Waltraud Küpper durch das Bild.

Anekdoten geben dem Buch ein menschliches Gesicht

Anekdoten wie diese aus der jüngeren Historie mit Beginn des 20. Jahrhunderts sollen dem Buch ein menschliches Gesicht geben - da dürfen natürlich auch die Kneipengeschichten nicht fehlen. "Zwischen Wermelskirchen und Dünweg gab es einst zehn Gaststätten nur entlang der B51. Das müssen hier alles mal Säufer gewesen sein", scherzt Schiffler und ergänzt: "Fast in jedem Haus wurde Anfang des 20. Jahrhundert Schnaps gebrannt."

Flüssig lief offenbar einst auch die Wirtschaft. "Wir haben sehr viel erfahren über die Firmen, die es hier gab", erklärt Waltraud Küpper. "Hilgen war mal eine blühende Ortschaft". Ein Beleg dafür: Der Hilgener Bahnhof sei eine pulsierende Verteilstelle unter anderem für Witzhelden, Dabringhausen und Teile von Wermelskirchen gewesen. Umgeschlagen worden seien von hier beispielsweise Schuhe und Gärtnereiartikel.

Herausgegeben wird die Chronik "500 Jahre Hilgen" von der TGH und dem Bergischen Geschichtsverein. Das Manuskript steht, am Layout wird noch gefeilt - danach kann die Festschrift in den Druck gehen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer