Reise: Die Burscheider Schülerin Camilla-Sophie Karpinski berichtet über ihre ersten Eindrücke von Costa Rica.

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Ein Blick auf die B 51 Moravias mit den typischen Häusern Costa Ricas.

Ein Blick auf die B 51 Moravias mit den typischen Häusern Costa Ricas.

Camilla-Sophie Karpinski

Ein Blick auf die B 51 Moravias mit den typischen Häusern Costa Ricas.

San Jose/Burscheid. San Jose, die Hauptstadt Costa Ricas, ist 9300 Kilometer von Burscheid entfernt, die Unterschiede zwischen den Städten sind nicht zu übersehen. So langsam gewöhne ich mich an alles Neue, wobei mir nicht nur meine Gastfamilie, sondern auch Freunde, die ich in der Schule und in einer Kirchengemeinde kennengelernt habe, helfen.

Auch mit der Sprache klappt es immer besser. Am Anfang hatte ich noch ziemlich Probleme, die Leute zu verstehen. Aber mit der Zeit weiß ich zumindest fast immer, worum es geht, auch in der Schule während des Unterrichts. Nur mit dem Antworten klappt es noch nicht so gut, aber mein Wortschatz wächst und wächst.

Was sind die Unterschiede? Als erstes fällt mir ein: Es sieht hier ganz anders aus. Burscheid lebt von der Mischung aus alten bergischen Schiefernhäusern und moderneren Gebäuden. In San Jose hingegen, zumindest außerhalb des Zentrums, wird das Bild von Häusern mit Wellblechdächern geprägt.

Einige Häuser sind mit denen in Deutschland zu vergleichen, die meisten wirken jedoch sehr leicht gebaut, manche habe nur lose Holzplanken als Boden. Außerdem ist es hier sehr bergig. Man kann es wohl mit Wuppertal vergleichen, ein ständiges Auf und Ab. Die älteren Busse rollen beim Anfahren meist erstmal ein Stück den Berg runter, bevor sie ihn hochfahren können.

Ach ja, das Essen: Zum Frühstück gibt es normalerweise schon die erste warme Mahlzeit, ich habe aber Glück, in meiner Familie gibt es zum Frühstück kein "Gallo Pinto" (traditionelles Gericht aus aus Reis, schwarzen Bohnen und je nach Geschmack auch Zwiebeln und Karotten), sondern Cornflakes.

Als Fleischbeilage gibt’s Huhn, getrunken wird Einrührtee

Sonst gibt es eigentlich jeden Tag Reis mit schwarzen Bohnen zum Mittag- und Abendessen. Als Fleischbeilage gibt es meist Huhn. Oft wird Salat als Gemüsebeilage dazu gegessen, seltener Kartoffeln. Getrunken wird hier viel "Fresco” (Refresco= Erfrischung), meist ist hiermit Einrührtee gemeint. Ansonsten macht man auch gerne Ananassaft, der besteht dann aus einer pürierten Ananas, vermischt mit Wasser. Generell gibt es als Zwischenmahlzeit oft Mango, Ananas, Papaya, Weintrauben oder Melonen.

Die Vegetation ist natürlich auch anders als im Bergischen. Hier wachsen Bananenstauden, Limonenbäume und Kaffepflanzen im Garten.

Das die Menschen anders sind, kann man sich denken. Es ist schwer zu beschreiben, es ist ja nicht jeder gleich, aber wenn ich später über die ein oder andere Begegnung berichten werde, wird man sicher einige Unterschiede erkennen können.

Aber soviel weiß ich jetzt schon: Man hat hier einfach mehr Zeit, in der Schule etwa ist das Klingeln eher eine Orientierungshilfe als eine Ansage. "Ahora”, was eigentlich "jetzt" bedeutet, ist nicht immer wörtlich zu nehmen. Vielleicht sollte man es besser mit "bald" übersetzen. Die Leute sind aber auf jeden Fall interessiert an Deutschland, auch wenn sie nicht wirklich etwas über dieses Land wissen, das so weit weg ist. So wurde ich zum Beispiel gefragt ob es bei uns Eisbären gibt.

Ich bin schon gespannt, was ich noch erleben werde, besonders in der Schule, wo ich die meiste Zeit verbringe.

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