Auf dem Versuchsgut Höfchen testet Bayer, wie gut die Völker neue Pflanzenschutzmittel vertragen.

Forschung
In diesen weißen Zelten auf dem Versuchsgut werden die Pflanzenschutzmittel derzeit getestet.

In diesen weißen Zelten auf dem Versuchsgut werden die Pflanzenschutzmittel derzeit getestet.

Doro Siewert

In diesen weißen Zelten auf dem Versuchsgut werden die Pflanzenschutzmittel derzeit getestet.

Burscheid. Große weiße Zelte stehen momentan auf einem Feld zwischen der Autobahn 1 und Oberlandscheid – in jedem davon ein Bienenvolk. Dort, auf dem insgesamt 100 Hektar großen Versuchsgut Höfchen, testet Bayer Crop Science seit vergangener Woche, wie die Tiere neue Pflanzenschutzmittel vertragen. „Jedes Mittel muss auf seine Bienengefährlichkeit getestet werden, bevor es zugelassen werden kann“, sagt Bayer-Pressesprecher Utz Klages.

So ein Prozess mit Labor-, Freiland- und Ackerversuchen, zu dem zahlreiche weitere Versuche gehören, dauert etwa zehn Jahre. Dennoch lassen sich Risiken für die Natur dadurch offenbar nicht vollständig ausschließen. So geriet die Bayer AG im Frühjahr 2008 in die Kritik, als es unter anderem im Rheintal zu einem Bienensterben kam. Schuld soll ein bereits zugelassenes Beizmittel gewesen sein, das der Konzern mitentwickelt hatte. Zu diesem Schluss kam das Julius-Kühn-Institut. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelrecht ließ daraufhin die Zulassung von insgesamt acht Mitteln ruhen.

Bayer Crop Science ist ein Teilkonzern von Bayer mit etwa 19 000 Mitarbeitern in 120 Ländern. Jährlich macht es einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro.

Imker sind vor Ort, die die Bienen genau beobachten

Für das Versuchsfeld in Burscheid ist die Unternehmenszentrale in Monheim zuständig. Dort arbeiten rund 1800 Mitarbeiter – die meisten sind Chemiker, Biologen, Laboranten und Ingenieure. In Monheim befindet sich auch ein weiteres Feld, auf dem neue Wirkstoffe im Freiland einer ersten Prüfung unterzogen werden können.

Was aktuell in den Zelten in Burscheid geschieht, die dort auf einer Fläche von etwa drei Hektar stehen, wird als Tunnelversuch bezeichnet, sagt Utz Klages. „Solche Versuche sind für uns sehr wichtig. Imker sind vor Ort, die prüfen, ob sich die Wirkstoffe in den Pflanzenschutzmitteln zum Beispiel auf das Flug- oder das Essverhalten der Bienen auswirken.“ Klages geht davon aus, dass die Versuche in den kommenden Tagen beendet werden.

Als Beizen wird die Behandlung von Saat- und Planzengut mit Pflanzenschutzmitteln bezeichnet. So sollen die Körner besser vor Schädlingen geschützt werden.


Das Verfahren des Beizens war schon 450 Jahre vor Christus bekannt. Damals verwendeten die Ägypter, Griechen und Römer unter anderem Asche und Zypressensaft, um die Saatkörner zu desinfizieren.

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