Für Samstag war kreisweit ein Probealarm angekündigt. Doch er fiel aus. Die Kreisleitstelle hatte versäumt, den Termin einzupflegen.

Für Samstag war kreisweit ein Probealarm angekündigt. Doch er fiel aus. Die Kreisleitstelle hatte versäumt, den Termin einzupflegen.
Auch neben der Turnhalle am Weidenweg in Ösinghausen ragt eine Sirene in den Himmel.

Auch neben der Turnhalle am Weidenweg in Ösinghausen ragt eine Sirene in den Himmel.

Doro Siewert

Auch neben der Turnhalle am Weidenweg in Ösinghausen ragt eine Sirene in den Himmel.

Burscheid. Am Samstag um 12 Uhr hätten die derzeit elf Sirenen auf Burscheider Stadtgebiet allesamt heulen müssen. Die Stadt hatte einen Probealarm angekündigt. Auch im BV war er in der Freitagsausgabe gemeldet worden. Doch dann blieb alles ruhig – und das nicht nur in Burscheid, sondern auch in allen anderen beteiligten Kommunen im Kreisgebiet. Der Grund: Die Kreisleitstelle in Bergisch Gladbach hatte schlicht versäumt, den Termin in ihr Computersystem einzupflegen.

„Das war unser Fehler“, räumte Kreispressesprecher Alexander Schiele ein. Normalerweise werden die Termine für die Probealarmierung ins System eingegeben und die Mitarbeiter der Leitstelle dann kurz vorher über einen Hinweis auf den bevorstehenden Probelauf aufmerksam gemacht. Ausgelöst werden muss der Alarm nämlich manuell. „Die Mitarbeiter sollen klären, dass nicht gerade irgendwo etwas anderes los ist“, erklärt Schiele. Läuft in einer Kommune beispielsweise eine tatsächliche Feueralarmierung, würde der Probealarm unnötige Verwirrung stiften.

Vier Kreiskommunen nehmen an Probealarm teil

Für Samstag aber war die die Termineingabe vergessen worden. Folglich waren zwar in umliegenden Städten und Kreisen wie Köln, Leverkusen oder dem Rhein-Sieg-Kreis die drei Signaltöne zu hören. Aber in Burscheid, Leichlingen, Kürten und Overath schwiegen die Sirenen. Die anderen vier Kreiskommunen beteiligen sich nicht an der erst vor Jahresfrist wieder eingeführten Probealarmierung, weil sie meist gar keine Sirenen mehr haben. In Wermelskirchen sollen statt dessen zwei mobile Lautsprecheranlagen angeschafft werden, um im Ernstfall auf diesem Weg die Bevölkerung auf eine Gefahrenlage aufmerksam zu machen.

Der Sirenenalarm für den Katastrophenschutz ist ursprünglich ein Relikt des Kalten Krieges. Als 1989 der Eiserne Vorhang fiel, hielt der Bund sein Warnsystem für zeitgeschichtlich überholt und überließ die Sirenen den Kommunen.

Burscheid übernahm in den 1990er Jahren 13 der 18 Sirenen auf dem Stadtgebiet. Doch die Technik kam in die Jahre und bedurfte dringend einer Überholung. Dafür stellte das Land vor zwei Jahren Mittel zur Verfügung.

Seit der vor einem Jahr abgeschlossenen Umrüstung steht das Sirenensystem nicht länger nur zur Alarmierung der Feuerwehr zur Verfügung, sondern soll auch genutzt werden, um die Bevölkerung zu warnen. Weil aber die entsprechenden Warntöne kaum noch bekannt sind, entschied die Stadt wie andere Kreise und Kommunen, sich dem vierteljährlichen Probealarmrhythmus der Stadt Köln anzuschließen. Viermal ist das im vergangenen Jahr erfolgt; der vergangene Samstag wäre der fünfte Probelauf gewesen.

Im Ernstfall sollten geschlossene Räume aufgesucht werden

Das eigentliche Warnsignal ist ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton. Im Ernstfall, beispielsweise bei einem Chemieunfall, sollten dann geschlossene Räume aufgesucht sowie Fenster und Türen geschlossen werden. Weitere Informationen kämen über das Radio. Ein einminütiger Dauerton wäre das Entwarnungssignal.

Das nächste Mal können die Burscheider die entsprechenden Signale am Samstag, 2. April, hören. Dann soll die Probealarmierung wieder klappen, versichert Kreissprecher Schiele. „ Der Termin ist jetzt schon ins System eingegeben.“

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