Mehr Zeit und Geld als geplant hat das Bahnhofsgebäude am Megafon schon gekostet. Aber hier könnte ein neue Attraktion entstehen.

Der Eingangsbereich des ehemaligen Bahngebäudes. Nach links wird es ins Eiscafé gehen, nach rechts ins Restaurant. Das Burscheid-Schild ist ebenso ein Fundstück aus dem Gebäude wie die alte Bahnnetzkarte aus dem 19. Jahrhundert. Fotos (4): Doro Siewert
Der Eingangsbereich des ehemaligen Bahngebäudes. Nach links wird es ins Eiscafé gehen, nach rechts ins Restaurant. Das Burscheid-Schild ist ebenso ein Fundstück aus dem Gebäude wie die alte Bahnnetzkarte aus dem 19. Jahrhundert. Fotos (4): Doro Siewert

Der Eingangsbereich des ehemaligen Bahngebäudes. Nach links wird es ins Eiscafé gehen, nach rechts ins Restaurant. Das Burscheid-Schild ist ebenso ein Fundstück aus dem Gebäude wie die alte Bahnnetzkarte aus dem 19. Jahrhundert. Fotos (4): Doro Siewert

Ein Blick in die künftigen Restauranträume. Die hochwertigen Lampen sind alten Bahnhofsleuchten nachempfunden.

Hinter dem Gebäude ist ein Spielplatz angelegt, der noch erweitert wird. Auch der Zugang zur Verbindung von Schützeneich und Griesberg ist freigelegt.

Neben dem Gebäude wird ab der nächsten Woche der Biergarten gepflastert.

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Der Eingangsbereich des ehemaligen Bahngebäudes. Nach links wird es ins Eiscafé gehen, nach rechts ins Restaurant. Das Burscheid-Schild ist ebenso ein Fundstück aus dem Gebäude wie die alte Bahnnetzkarte aus dem 19. Jahrhundert. Fotos (4): Doro Siewert

Burscheid. Wann wird das endlich fertig? Wird das überhaupt mal fertig? Mohamed Charara kennt Fragen wie diese. „Jeden Tag fragen hier zehn, zwölf Leute danach. Und das sind immer wieder andere.“ Wenn sie nur ahnen würden, wie viel Arbeit in der Sanierung des ehemaligen Bahngebäudes gegenüber dem Megafon steckt. Charara weiß es: Ihm gehört das Denkmal an der Balkantrasse.

Eröffnungstermine für das geplante Restaurant und Eiscafé hat der 45-Jährige schon öfter in Aussicht gestellt, auch die Angaben über die geplante Investitionssumme variierten – von 180 000 Euro bis zu einer halben Million. Inzwischen ist er vorsichtiger geworden: „In diesem Jahr“ sollen die ersten Gäste bewirtet werden. Und was die Höhe der Investitionen angeht, schweigt er nur noch. Aber als von einem Millionenprojekt die Rede ist, widerspricht er nicht.

Seit 13 Monaten wird an dem Denkmal gearbeitet

Seit 13 Monaten wird die einst völlig marode Immobilie saniert, erst seit November 2015 ist Charara, Inhaber einer ganzen Firmengruppe, auch tatsächlich Eigentümer. Inzwischen sei er, so sagt er, genervt und begeistert zugleich. Genervt, weil die Banken das Potenzial der Lage und des Gebäudes nicht erkennen wollten. Darum müsse er alles selbst finanzieren und mit eigenen Kräften bewältigen. Das sei auch der Grund für die wechselnde Intensität, mit der an der Baustelle gearbeitet wird: weil er die Mitarbeiter seiner eigenen Baufirma nur abziehen könne, wenn keine anderen Aufträge dagegensprächen.

Aber gleichzeitig hat sich Charara seine Begeisterung für Gebäude und Ort bewahrt: „Das Ding ist ein Rohdiamant, den ich geschliffen habe.“ Sei alles erst einmal angelaufen, werde sich der gastronomische Betrieb zu einem „Hotspot“ entwickeln, davon ist er überzeugt.

Und dafür hat er neben Geld und Arbeit auch viel Herzblut investiert. Das wird bei einer Führung durch das Innere des Gebäudes sofort sichtbar. Ausstattungsliebe bis ins Detail ist in die von außen nicht vermutete Großzügigkeit der Räume geflossen: eine moderne Soundanlage neben teuren Lampen, die alten Bahnhofsleuchten nachempfunden sind; hochwertige Materialwahl bei Fliesen und Installationen neben liebevoller Präsentation alter Gebäude-Fundstücke wie einer Bahnnetzkarte aus dem 19. Jahrhundert oder einer Ausgabe des Solinger Tageblatts von 1977.

„Wir haben versucht, an alles zu denken“, sagt Charara. Eine Aufladestation für E-Bikes wird es geben; für das Eis-Café im linken Trakt, die drei Restaurant-Räume im rechten Trakt und den großzügigen Biergarten sind jeweils getrennte Toiletten vorgesehen. Hinter dem Haus ist schon ein kleiner Spielplatz entstanden; eine Sitzgruppe für Eltern wird noch folgen. Auch neben dem Eiscafé ist noch ein kleinerer eigener Außenbereich geplant. Und der Biergarten, dessen Pflasterung in der nächsten Woche beginnt, soll mit unterschiedlichen Zonen, einer überdachten Lounge und von unten angestrahlten Bäumen Anziehungspunkt nicht nur für durstige Radtouristen werden.

Noch keine Entscheidung über einen Pächter

Bleibt die Frage nach dem Pächter. Charara will den gesamten Betrieb in eine Hand geben, aber noch schwankt er, ob er zuvor die gesamte Inneneinrichtung nach seinen Vorstellungen gestaltet oder nicht. Wieder eine Frage des Geldes. Und dann hat er hohe Ansprüche an den künftigen Gastronom. Er will verhindern, dass sich jemand übernimmt und ein Kommen und Gehen entsteht. Im Grunde braucht er einen Pächter, der von der Rohdiamant-Idee genauso überzeugt ist wie er. „Aber ich selbst mache das nicht. Davon bin ich wieder ab.“

80 Prozent der Sanierungsarbeit sei bereits geschafft, glaubt Charara, auch wenn ein flüchtiger Blick zu einem anderen Schluss kommen könnte. Sind auch die restlichen 20 Prozent erledigt, steht – das scheint jetzt schon sicher – Burscheids Gastronomie und der Balkantrasse eine neue Attraktion bevor.

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