Bei der Messerattacke auf eine Mitarbeiterin der Belkaw geht die Staatsanwältin von Schuldunfähigkeit aus. Gestern hat der Prozess in Köln begonnen.

Bei der Messerattacke auf eine Mitarbeiterin der Belkaw geht die Staatsanwältin von Schuldunfähigkeit aus. Gestern hat der Prozess in Köln begonnen.
Am 1. Dezember vergangenen Jahres war das Kundenzentrum des Energieversorgers Belkaw im Erdgeschoss des Rathauses Schauplatz der Messerattacke, die seit Montag vor dem Landgericht in Köln verhandelt wird. Archiv

Am 1. Dezember vergangenen Jahres war das Kundenzentrum des Energieversorgers Belkaw im Erdgeschoss des Rathauses Schauplatz der Messerattacke, die seit Montag vor dem Landgericht in Köln verhandelt wird. Archiv

Doro Siewert

Am 1. Dezember vergangenen Jahres war das Kundenzentrum des Energieversorgers Belkaw im Erdgeschoss des Rathauses Schauplatz der Messerattacke, die seit Montag vor dem Landgericht in Köln verhandelt wird. Archiv

Köln/Burscheid. Vor dem Kölner Landgericht hat am Montag die Hauptverhandlung gegen den 67-jährigen Burscheider begonnen, der am 1. Dezember vergangenen Jahres im Rathaus eine Mitarbeiterin des Bergisch Gladbacher Energieversorgers Belkaw mit einem Messer angegriffen und verletzt hatte.

Angriff mit einem Fleischermesser mit 20 Zentimeter langer Klinge

Laut Staatsanwältin Roman betrat der Beschuldigte das im Erdgeschoss des Burscheider Rathauses befindliche Belkaw-Büro gegen 8.50 Uhr. Das zum Tatzeitpunkt 64-jährige Opfer soll hinter seinem Schreibtisch gesessen haben, als der 67-Jährige mit den Worten „Sie haben meine Familie zerstört“ ein Fleischermesser mit einer Klinge von 20 Zentimetern gezogen habe.

„Trotz massiver Gegenwehr gelang es dem Beschuldigten, mehrfach besonders auf den Kopf der Geschädigten einzustechen“, so Roman. Das Opfer habe wegen mehrerer Schnitt- und Stichverletzungen an Kopf, Stirn und Hals im Krankenhaus behandelt werden müssen. Die Staatsanwältin geht davon aus, dass der Beschuldigte im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt hat.

Offenbar Randale beim Gefangenentransport

Die Unterbringung des 67-Jährigen in der Forensik, der geschlossenen Psychiatrie für kranke Straftäter, auf unbestimmte Zeit steht im Raum. Zurzeit ist der Burscheider in der geschlossenen Psychiatrie in Essen untergebracht und der Transport zum Landgericht verzögerte sich, weil der Beschuldigte „Probleme“ gemacht habe. „Es geht meinem Mandanten nicht gut“, umschrieb es Verteidigerin Bettina Güldner. Deshalb werde sie auch den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen.

„Der Beschuldigte ist jetzt da, er ist ruhig, sodass wir mit der Verhandlung beginnen können“, gab der Vorsitzende Richter Achim Hengstenberg bekannt. Gleich drei Justizangestellte begleiteten den gefesselten 67-Jährigen.

Das Gericht gab nach der Anklageverlesung dem Antrag der Verteidigung statt, die Öffentlichkeit wurde für die Verhandlungsdauer ausgeschlossen. Das Urteil wird am 7. Juli erwartet.

Unmittelbar nach der Tat hatte das Polizeipräsidium Köln eine Mordkommission eingerichtet und eine mögliche Tötungsabsicht der 67-Jährigen überprüft. Schon zwei Tage nach dem Angriff übernahm aber wieder die Kreispolizeibehörde in Bergisch Gladbach die Ermittlungen. Schon damals wurde die Schuldfähigkeit des Burscheiders infrage gestellt.

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