Bis zum Frühjahr soll Haus Landscheid fertig sein. Das Nutzungskonzept lässt viele Variationen zu.

Burscheid. Man sollte es nicht übertreiben mit der Wettersymbolik, aber dass es am Dienstagnachmittag erst wie aus Kübeln schüttet, ehe kurz danach die Sonne durchbricht, wirkt wie ein bisschen Haus-Landscheid-Geschichte im Schnelldurchgang. "Ganz Burscheid kann froh sein, dass dieses Objekt nun saniert und einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird", sagt Bürgermeister Hans Dieter Kahrl.

Investor Kurt Lammert hatte zum Baustart für die Umbauarbeiten am alten Rittersitz eingeladen. "Wir wollten immer, dass das funktioniert", wischt er schnell die vergangenen zehn Jahre seines Eigentums vom Tisch, in denen eine Realisierung mal an rechtlichen Fragen, dann an finanziellen scheiterte.

Schwamm drüber, jetzt kann losgelegt werden. Jetzt soll endlich bis zum kommenden Frühjahr das Hotel entstehen, dazu ein Restaurant mit exquisitem Weinkeller, dazu als Neubau ein medizinisches Zentrum, das sich vor allem der traditionellen chinesischen Medizin verschreibt, dazu ein Tagungszentrum mit 140 Sitzplätzen.

Variables Nutzungskonzept heißt das Zauberwort, das im Interesse der Wirtschaftlichkeit viele Kombinationen zulässt. Einerseits sollen im Hotel gut situierte Patienten der psychosomatischen Wersbach-Klinik im nahen Leichlingen unterkommen, die auch weiter von dort aus medizinisch betreut werden. "Haus Landscheid wäre nicht zu realisieren, wenn wir nicht diesen Erfolg in Wersbach hätten", stellt Lammert klar.

Auch ambulante Behandlungen im medizinischen Zentrum

Das medizinische Zentrum steht andererseits aber auch für ambulante Behandlungen offen. Und Hotel sowie Restaurant sollen auch Besucher anlocken, die weder der Klinik noch der Ambulanz bedürfen, sondern einfach nur stilvoll übernachten, essen und feiern wollen.

Apropos Feiern: So ganz nebenbei wärmt Lammert noch einmal eine alte Lieblingsidee von ihm auf und wirbt bei Kahrl dafür - ein Trauzimmer in Haus Landscheid. Vor Jahren hatte es Widerspruch seitens der Förderer der Lambertsmühle gegeben, die um deren Auslastung fürchteten.

Jetzt stellt Lammert klar, dass es ihm nicht um Konkurrenz, sondern Ergänzung gehe: Er will in Landscheid nur den Paaren die Trauung ermöglichen, die dann dort auch die Gastronomie und am besten noch anschließend das Hotel nutzen.

Der Bürgermeister zeigt sich nicht abgeneigt: Wenn es um Trauungen gehe, für die die Lambertsmühle nicht in Betracht komme, "bin ich zuversichtlich. Aber das müsste der Rat beschließen."

Derweil kann sich der Bauherr über zumindest einen Vorteil der jahrelangen Verzögerung freuen: Über eine Druckleitung wird Haus Landscheid jetzt an den Abwasserkanal angeschlossen, der gerade in der B 51 oberhalb des Tals verlegt worden ist. Auch mit den Technischen Werken ist die Lösung schon abgestimmt. Auf eine Kleinkläranlage kann daher verzichtet werden.

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