Wie geht es weiter an der unteren Hauptstraße? Die Bemühungen von Politik und Verwaltung, den Bereich für die Bürger aufzuwerten, stecken offenbar in einer Sackgasse.

Burscheid. Werden bei der Denkmalpflege in Burscheid unterschiedliche Maßstäbe angesetzt? Und kommt es dadurch sogar zu einer Behinderung von städteplanerischen Absichten von Politik und Verwaltung, den Altstadtbereich in der unteren Hauptstraße aufzuwerten?

Dieser Meinung ist offenbar das Bündnis für Burscheid (BfB). Bürgermeisterkandidat und Ratsmitglied Michael Baggeler konfrontiert jetzt mit entsprechenden Anfragen den zuständigen Referenten des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege, Andreas Stürmer.

Einen wesentliche Rolle spielt bei dieser Annahme die Vorgeschichte um den Abriss des ehemaligen so genannten Lauterbach-Hauses an der Hauptstraße 85. Das Gebäude, in dem 1906 der Burscheider Maler Carl Lauterbach das Licht der Welt erblickte, war vor einem Monat dem Erdboden gleich gemacht worden. Dieses hätte laut Baggeler nicht so weit kommen müssen. "Das Denkmal hätte bei konsequentem Vorgehen der Behörden erhalten werden können, zumal der Eigentümer beim Erwerb der Gebäude wusste, was eigentlich auf ihn zukommen sollte." Zumindest hätte die Behörde sich noch eine letzte Möglichkeit bewahren sollen: einen Ensemble-Eindruck der Gebäudezeile Hauptstraße 83 bis 91 durch einen Rekonstruktion der Fassade.

Stattdessen werde der Denkmalschutz-Maßstab auf der anderen Straßenseite offenbar sehr eng gesehen. Zumindest habe das Rheinische Amt für Denkmalpflege der Stadt Burscheid eine Absage erteilt, als diese darum bat, die ehemalige Metzgerei an der Hauptstraße 66 aus der Denkmalschutzliste zu streichen. Dabei sei der Abriss dieses Hauses für einen optimalen Verkehrsablauf sinnvoll. Nun habe auch der Eigentümer einen Antrag auf Löschung aus der Denkmalschutzliste gestellt.

Auflage des Denkmalschutzes für Haus an der Hauptstraße 66

Während auf der anderen Seite laut BfB die Chance von den Behörden vertan worden sei, das Gebäude zu erhalten, seien die Auflagen des Denkmalschutzes für die ehemalige Metzgerei an der Kreuzung zur Luisen- und Mittelstraße offenbar sehr rigide. Um damit komme es zu einem Teufelskreis: Ohne die finanziellen Mittel könne der Eigentümer das Haus nicht als Denkmal erhalten. Andererseits könne der Eigentümer wegen der Auflagen wohl auch nicht mit einem Käufer rechnen. "Die Folge ist der schleichende Verfall des Gebäudes. Ein Umstand, der alle Bemühungen von Politik und Verwaltung der Stadt Burscheid, den Altstadtbereich aufzuwerten, zuwiderläuft."

Gleichwohl sieht Baggeler eine neue Chance für den Denkmalschutz in der Altstadt durch den Abbruch des Hauses Luisenstraße 2. Der freie Blick offeriere nun einen einen "altstädtischen Innenhof". Dieser liege genau zwischen den Häusern Hauptstraße 64 und Luisenstraße4, deren Fassaden laut Eigentümer nun aufgewertet werden sollen. "Erachten Sie die im Burscheider Volksmund genannte ,Riemscheids Hütte’ nicht als denkmalwürdig?" richtet Baggeler seine Frage an Andreas Stürmer.

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