Der Radweg wird ein Jahr alt. Eine Serie würdigt seine Erfolgsgeschichte. Teil 1: der Blick zurück.

Ein Jahr nach der offiziellen Eröffnung ist der Panorama-Radweg Balkantrasse für die ganze Region zu einem selbstverständlichen Stück Naherholung geworden – eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen.  Fotos (4): Doro Siewert
Ein Jahr nach der offiziellen Eröffnung ist der Panorama-Radweg Balkantrasse für die ganze Region zu einem selbstverständlichen Stück Naherholung geworden – eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen. Fotos (4): Doro Siewert

Ein Jahr nach der offiziellen Eröffnung ist der Panorama-Radweg Balkantrasse für die ganze Region zu einem selbstverständlichen Stück Naherholung geworden – eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen. Fotos (4): Doro Siewert

Der Burscheider Bahnhof mit dem Goetze-Werk 2 im Hintergrund. 1991 wurde die Bahn stillgelegt. Der Bahnhof ist inzwischen abgerissen. An seiner Stelle entsteht das neue Jugendzentrum. Archiv

Nicht nur Radfahrer, Fußgänger und Läufer haben die Trasse für sich entdeckt, sondern auch Inlineskater.

Im September 2012 führt der Hauptlauf des Burscheider Stadtlaufs erstmals über die Balkantrasse. Archiv

Ein Jahr später, Anfang 2012, erfolgen die letzten Arbeiten zur Befestigung des Seitenstreifens neben dem Asphalt.

Im Februar 2011 sind die Rodungsarbeiten im Innenstadtbereich der ehemaligen Bahntrasse in vollem Gange.

Siewert, Doro, Bild 1 von 6

Ein Jahr nach der offiziellen Eröffnung ist der Panorama-Radweg Balkantrasse für die ganze Region zu einem selbstverständlichen Stück Naherholung geworden – eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen. Fotos (4): Doro Siewert

Burscheid. Gut 20 Jahre hat die Trasse der 1991 stillgelegten Bahnstrecke zwischen Opladen und Lennep gebraucht, um ihre neue Bestimmung zu finden. Und während der Panorama-Radweg Balkantrasse nur ein Jahr nach seiner Eröffnung als Naherholungziel aus der Region überhaupt nicht mehr wegzudenken ist, gab es ziemlich genau in der Mitte der zwei Jahrzehnte zunächst eine ganz andere Idee für die Trasse: den Bau einer Umgehungsstraße zur Entlastung der Innenstadt.

Eine runde sache: Der Radweg

Im Oktober 2002, gut zehn Jahre nach der Stilllegung der Bahn, hatte sich der Rat mit der Mehrheit von CDU, FDP und UWG von allen Überlegungen zur Reaktivierung der Bahnstrecke verabschiedet. Nur drei Monate später wurde im Planungsausschuss der Entwurf eines neuen Verkehrskonzepts präsentiert. Darin pries der beauftragte Planer die Idee einer Umgehungsstraße auf der Trasse als „die erfolgversprechendste Idee“.

Fast ein Jahrzehnt später setzte sich zwar ein Verkehrsweg ganz anderer Art auf der Trasse durch – doch nur nach etlichen Mühen und Fehlschlägen. Noch im September 2006 titelte der Bergische Volksbote: „Radweg auf der Trasse bleibt ein Traum“. Da hatten sich gerade 50 Prozent der Teilnehmer am BV-Bürger-Barometer für einen Radwanderweg ausgesprochen und nur 26 Prozent für eine Ortsumgehung.

Neue Förderquelle zwei Jahre nach der ersten Absage

Dennoch schien die Idee gestorben. Denn erstens hatten zunächst weder Remscheid noch Leverkusen Interesse, sondern nur Wermelskirchen. Und zweitens handelte sich Burscheids Bürgermeister Hans Dieter Kahrl im Frühjahr 2006 bei der Suche nach Fördermöglichkeiten eine Absage bei der Regionale 2010 ein.

Für die 7,2 Kilometer lange Trasse wurde eine halbe Million Euro gezahlt.

Die Gesamtkosten des Radwegs beliefen sich in Burscheid auf 3,4 Millionen Euro. Je 1,4 Millionen trugen Bund und Land.

Abzüglich der ohnehin nötigen Brückensanierungen zahlte die Stadt 360 000 Euro.

Stattdessen verfolgten CDU, FDP und UWG die Umgehungsstraße zunächst weiter. Doch das 2008 aufgelegte Landesförderprogramm „Alleenradwege auf stillgelegten Bahntrassen“ brachte die entscheidende Wende. Schon im Februar gelang es Bürgermeister Kahrl, Wermelskirchen und Remscheid für eine gemeinsame Planung zu gewinnen. Als der Burscheider Rat der Realisierung Ende September 2009 zustimmte, war nur noch die UWG dagegen. Drei Monate später wurde auch der Kauf der Trasse beschlossen.

Während in Burscheid die Bauarbeiten begannen, gründete sich 2010 in Leverkusen ein Förderverein, der sich die Realisierung auch des letzten Teilstücks nach Opladen zum Ziel setzte. In Burscheid boomte der Radweg schon weit vor der offiziellen Eröffnung. Und als diese dann am 22. April 2012 mit einem großen Volksfest gefeiert wurde, war klar: Auch der Lückenschluss nach Opladen ist mittelfristig gesichert.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer