Seit drei Wochen muss Klaus Potthoff ohne Telefon und Internet auskommen. Sein Vorwurf: Die Telekom reagiert nicht.

wza_1500x955_552741.jpeg
Klaus Potthoff zeigt auf das defekte Telefonkabel, das ihn und seine Frau derzeit von der Außenwelt abtrennt.

Klaus Potthoff zeigt auf das defekte Telefonkabel, das ihn und seine Frau derzeit von der Außenwelt abtrennt.

Doro Siewert

Klaus Potthoff zeigt auf das defekte Telefonkabel, das ihn und seine Frau derzeit von der Außenwelt abtrennt.

Burscheid. Wie sehr der zivilisierte Mitteleuropäer inzwischen von der Technik abhängig ist, merkt er oft erst, wenn sie auf einmal nicht mehr funktioniert. Diese Erfahrung muss zurzeit auch Klaus Potthoff machen. Der 62-Jährige und seine Frau müssen seit mittlerweile drei Wochen auf Telefon und Internet verzichten, weil ein Kabelschaden die Leitung lahmlegt.

Was Klaus Potthoff jedoch noch mehr ärgert als das Problem an sich, ist die Reaktion der Telekom. Denn seit er den Ausfall der Leitung bei der Störstelle des Bonner Telekommunikationsriesen gemeldet hat, ist noch nicht viel passiert. "Mir wurde gesagt, es meldet sich jemand. Das ist aber erst mal nicht geschehen", sagt Potthoff.

Mehrmals habe er daraufhin an den folgenden Tagen bei der Telekom-Hotline angerufen, "erst freundlich, dann etwas lauter", wie Potthoff zugibt. Erst nach über einer Woche seien zwei Mitarbeiter der Sparte "Netze Technik" vorbeigekommen und hätten den Fehler diagnostiziert. Einen halben Meter vor Potthoffs Haus, knapp 80 Zentimeter tief in der Erde. Dann seien die Mitarbeiter wieder weggefahren, verbunden mit dem freundlichen, aber nicht sehr aufbauenden Hinweis: "Das kann dauern."

Da wurde der ausgebildete Elektroniker Potthoff selbst aktiv. Er griff zur Schaufel, legte die vermeintliche Schadensstelle selbst frei und deckte sie mit Schalbrettern ab, "um die Sache zu beschleunigen". Doch diese Vorarbeit hätte er sich getrost sparen können: Repariert ist der Schaden bis heute nicht.

Urlaub an der Nordsee wegen Kabelschaden verschoben

Eigentlich wollten die Potthoffs in diesen Tagen bereits an der Nordsee sein, um etwas auszuspannen. Stattdessen warten sie auf die Telekom. "Wenn ein Mitarbeiter kommt und hier ist keiner, dann dauert es doch wieder vier Wochen, bis der nächste kommt", sagt Potthoff und fügt hinzu: "Wir sind zu Hause festgenagelt."

Auf Nachfrage nimmt Telekom-Pressesprecher George-Stephen McKinney Stellung zu den Vorwürfen. Er kündigt an, dass am kommenden Dienstag ein sog. Messbauführer vor Ort nach der Schadensstelle suchen soll. Das sei wegen anderer Störfälle bisher nicht möglich gewesen.

Fest stehe jedoch, dass die zunächst vermutete und bereits freigelegte Schadensstelle nicht die richtige sei. Dennoch macht er Potthoff Hoffnung: "Wenn die Schadensstelle gefunden ist, geht’s fix." Natürlich werde Potthoff die Grundgebühr für den Ausfallzeitraum nicht berechnet.

Unabhängig davon, wann der Schaden behoben wird, steht für den Burscheider schon fest: "Wenn mein Vertrag bei Telekom ausläuft, ist für mich bei denen Sense."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer