Burscheider gingen mit dem Wintereinbruch gelassen um. Bei zwei Unfällen kam es zu Blechschäden.

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Bergeweise türmte sich der Schnee an den Bordsteinen – Folge pflichtbewusster Räumungsarbeiten. (Fotos (3): Jürgen Venn)

Bergeweise türmte sich der Schnee an den Bordsteinen – Folge pflichtbewusster Räumungsarbeiten. (Fotos (3): Jürgen Venn)

Bergeweise türmte sich der Schnee an den Bordsteinen – Folge pflichtbewusster Räumungsarbeiten. (Fotos (3): Jürgen Venn)

Burscheid. Weiß, weiß und nochmals weiß. Das waren die Farben, in die Burscheid am Montag eingehüllt wurde. Schneebedeckte Dächer; Autos, die unter Schneemassen zu verschwinden schienen; Bäume, deren Äste zentimeterdick beschichtet waren. Eine Winterwelt.

Doch die Burscheider gingen weitestgehend gelassen mit dem Schnee-Einbruch um - ob im privaten oder im öffentlichen Bereich. "Macht mir nix aus", sagte beispielsweise die 64-jährige Herma Wendler lapidar - und ging über die Hauptstraße, um wie üblich ihren Einkaufsgang zu erledigen. Vorher erzählte sie noch, dass ihr Mann in aller Frühe aufgestanden sei, um den Schnee auf dem Bürgersteig in Höhe ihres Hauses am Büchel beiseite zu schaufeln. Eine anstrengende Säuberungsaktion, wie sie sich für pflichtbewusste Bürger gehört.

Mit 14 Mitarbeitern rückte der Bauhof dem Schnee zu Leibe

Ihrer Streu- und Räumpflicht kamen die meisten Burscheider vorbildlich nach. Entlang der Bordsteine türmte sich bergeweise der beiseite geschobene Schnee. Auch die Räumungsdienste des städtischen Baubetriebshof waren unermüdlich im Einsatz, um die Straßen innerhalb der Ortschaften von der Schneelast zu befreien.

Mit vier Lastwagen, zwei Schleppern und einer Handkolonne rückte man dem Schnee zuleibe - insgesamt 14 Mitarbeiter waren involviert. "Viel Schnee bedeutet viel Arbeit", ächzte Janusz Milejski, Leiter des Bauhofs. Den ganzen Tag über war man mit den Räumungsarbeiten beschäftigt.

Einige Bürger beschwerten sich über den Bauhof. Sie waren zornig, weil sich die Räumungsdienste in den Morgenstunden noch nicht in ihre Straße vorgekämpft hatten. Dafür zeigte Milejski kein Verständnis: "Manche Leute verlangen mehr, als möglich ist." Aufgrund der begrenzten personellen und technischen Möglichkeiten konnten die Winterdienste mancherorts erst im Laufe des Tages den Schnee räumen.

Zwei Mal Blechschäden: eine überschaubare Unfallbilanz

"Alles im Griff" hatte die Straßenmeisterei Burscheid, was die Räumung der Landes- und Bundesstraßen außerhalb der Ortschaften betraf. Ein erheblicher Aufwand sei zwar von Nöten gewesen, berichtete Sascha Herder, stellvertretender Leiter der Meisterei. Doch bewältigte man die Schneemassen letztlich ohne Probleme.

Auf den rutschigen Fahrbahnen kam es am Sonntagabend und am Montagmorgen am Nagelsbaum und in der Burbachstraße zu zwei verhältnismäßig harmlosen Unfällen. Die Folgen waren Blechschäden, Personen kamen nicht zu Schaden.

Pressesprecher Peter Raubuch attestierte den Burscheider Verkehrsteilnehmern einen souveränen Umgang mit den schwierigen Wetterverhältnissen: "Die Leute passen sich den Umständen an, fahren vorsichtiger." Wegen der Höhenlage sind die Burscheider Autofahrer offenbar eher an Schnee gewöhnt als beispielsweise die Menschen in Bergisch-Gladbach - und wissen daher mit schneebedeckten Straßen routinierter umzugehen.

Angesichts der klirrend kalten Temperaturen bei gleichzeitiger Trockenheit könnte nun Glatteis die nächste Hürde sein. Beim Baubetriebshof stehen die Salzstreuer erneut parat.

Dass weiterer Schneefall am Dienstag und Mittwoch laut Meteorologen unwahrscheinlich ist, dürfte manchen Burscheider freuen. Nicht überall ist weiße Pracht im Bergischen beliebt. "Schnee soll dort fallen, wo er hingehört", findet etwa Otto Mandhoff (63). "In den Alpen zum Beispiel." Hierzulande würde er sich ja doch recht bald in hässlichen Matsch verwandeln.

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