Mit seinen Ventilen für Erdgasfahrzeuge ist Klaus Perthel zum eigenständigen Zulieferer geworden.

Klaus Perthel mit zwei seiner Konstruktionen: einem innen liegenden Gasflaschenventil (l.) und einem Rückschlagventil.
Klaus Perthel mit zwei seiner Konstruktionen: einem innen liegenden Gasflaschenventil (l.) und einem Rückschlagventil.

Klaus Perthel mit zwei seiner Konstruktionen: einem innen liegenden Gasflaschenventil (l.) und einem Rückschlagventil.

Barbara Sarx

Klaus Perthel mit zwei seiner Konstruktionen: einem innen liegenden Gasflaschenventil (l.) und einem Rückschlagventil.

Burscheid. Wer in Burscheid das Wort "Automobilzulieferer" hört, denkt unwillkürlich an die Innenraumausstattungen von Johnson Controls oder die Kolbenringe von Federal-Mogul. Doch in einem Souterrain-Büro in der Altenberger Straße tüftelt Klaus Perthel seit 2006 an immer neuen Ventilkonstruktionen. Und wenn der Firmenchef der PTEC GmbH die Tür öffnet, stellt er sich gerne schmunzelnd als "der kleinste europäische Automobilzulieferer" vor.

Eine Patenturkunde hängt bereits an der Wand, für eine zweite läuft noch das Verfahren. Und dass sich die Firma mit Hochdruck weiterentwickelt, liegt nicht nur am Arbeitseifer des 43-Jährigen, sondern auch am Markt, auf den er baut: Perthel hat sich voll und ganz der Erdgasflotte verschrieben.

Schon während eines achtjährigen beruflichen Aufenthalts in Luxemburg war der Konstruktionstechniker mit Ventilen für Gasfahrzeuge in Berührung gekommen. Ende 2002 gelang ihm dann sein erster großer Coup: Perthel gewann eine internationale Ausschreibung von General Motors (GM).

Platzsparende Lösung für Ventil an der Gasflasche

Das Besondere seiner Entwicklung: Sie schafft eine platzsparende neue Lösung für das Ventil, das direkt an der Gasflasche der Fahrzeuge sitzt - zum einen durch einen integrierten und nicht mehr aufgesetzten Crashschutz, zum anderen dadurch, dass Funktionskomponenten in das Innere der Gasflasche verlagert werden.

Für Perthel war das 2003 der Start in die Selbstständigkeit. Die Produktion des Ventils wurde an Bosch verkauft, seit vergangenem Jahr ist die erdgasbetriebene B-Klasse von Daimler damit unterwegs.

Seinen lang gehegten Traum aber, eines Tages mit seinem Einmannbetrieb wirklich direkter Automobilzulieferer zu werden, erfüllte sich Perthel mit einem anderen Ventil. Sein im Zuge der GM-Ausschreibung ebenfalls entwickeltes Rückschlagventil verzichtet auf die üblichen Federn und arbeitet stattdessen mit einer Magnetkugel. Dadurch braucht es weniger Platz und wird billiger.

Für dieses Ventil, das den Gasstrom auf dem Weg vom Einfüllnippel zu den Gasflaschen aufspaltet, tritt der Tüftler als direkter Vertragspartner der Autofirmen auf. Auch diese Erfindung wird inzwischen in die B-Klasse von Daimler eingebaut. Über eine eigene Produktion verfügt Perthel zwar nicht: Er lässt das Teil in der Nähe von Hannover produzieren. Für Liefertreue und Qualitätssicherung trägt er aber gegenüber seinen Kunden die alleinige Verantwortung.

Schrittweise arbeitet sich der Ingenieur derweil mit seinen Entwicklungen von der Gasflasche in Richtung Tanknippel vor. "Der wird mein nächstes Projekt. Da gibt es bisher noch ein, zwei Schwachstellen. Und ich habe einige Lösungsideen."

Diese hohen Ansprüche verfolgt er auch musikalisch. Seit er 1996 beim ersten deutschen Meistertitel ausgeholfen hat, ist der bald vierfache Familienvater begeisterter Anhänger des Orchestervereins Hilgen. Aber auch in dessen Reihen kann er nicht von den Ventilen lassen: Dort spielt er das Euphonium.

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