Bei den Besuchern und Händlern des vorweihnachtlichen Markts in der Lambertsmühle kommen die Menschen ins Gespräch.

Am Samstag gab es viel zu gucken und zu kaufen in der Lambertsmühle. Der Markt ist über Burscheid hinaus bekannt.
Am Samstag gab es viel zu gucken und zu kaufen in der Lambertsmühle. Der Markt ist über Burscheid hinaus bekannt.

Am Samstag gab es viel zu gucken und zu kaufen in der Lambertsmühle. Der Markt ist über Burscheid hinaus bekannt.

Doro Siewert

Am Samstag gab es viel zu gucken und zu kaufen in der Lambertsmühle. Der Markt ist über Burscheid hinaus bekannt.

Burscheid. Dass Parkplätze an der Lambertsmühle Mangelware sind, das weiß Armin Busch selbst. Man braucht es ihm nicht zu sagen. Spätestens zum vorweihnachtlichen Markt sieht er, wie viele Autos auf einmal auf dem engen Waldweg fahren, wie der eine oder andere sich aus Mangel an Alternativen in das Halteverbot stellt und wie die Räder in den feuchten Waldboden sinken. Der vorweihnachtliche Markt ist nun einmal ein Selbstläufer, man kann es nicht anders sagen. Knapp unter 1000 Besucher müssen es im vergangenen Jahr gewesen sein, die sich an den Verkaufsständen in der Lambertsmühle entlang drängten.

Es war wieder los – die Enge schafft eine intime Atmosphäre

Auch am Samstag, bei der diesjährigen Auflage des beliebten Weihnachtsmarktes, wurde es wieder eng. „Ich kann ja nicht für die Veranstaltung den ganzen Wald abholzen“, sagte Armin Busch. Nein, das kann er wahrlich nicht. Der vorweihnachtliche Markt lebt geradezu von der Enge. Bei Musikkonzerten, die im kleinen Rahmen stattfinden, würde man von einer intimen Atmosphäre sprechen. Dieser Begriff galt auch für die Lambertsmühle.

Die Besucher, längst nicht mehr nur Burscheider, kamen ins Gespräch mit den Ausstellern und den Ehrenamtlern des Fördervereins, die organisatorische Fragen klärten, Spenden sammelten und Brote schmierten. Direkt am Eingang der Lambertsmühle stand eine große Spardose als Erinnerung, dass diese Veranstaltung und die Mühle selbst nur durch das ehrenamtliche Engagement am Leben erhalten werden.

„Die Lambertsmühle ist ein sozialer Anlaufpunkt. Die meisten Arbeiten sind nun im Wesentlichen abgeschlossen, aber wir müssen immer was zu tun haben“, sagte Armin Busch, der sich und seine Mitstreiter emsig halten will. Die alte Mühle soll ein „lebendiges Museum“ sein. Armin Busch sprach bereits von einem Museum, obwohl die Lambertsmühle dies noch nicht ist. Seit Jahren wird im Verein diskutiert, was für diesen großen Schritt, der ursprünglichen Zielsetzung des Fördervereins, notwendig ist. Da braucht es auch engagierte Mitstreiter für die gemeinsame Sache. „Passive Mitglieder haben wir genug“, sagte Armin Busch, der in der Tat einigen Interessenten Mitgliedsanträge mit nach Hause geben konnte. „Es gibt einige neue Vereinsmitglieder, an die knüpfe ich große Hoffnungen“, so der Vereinsvorsitzende.

Zwar nicht zu den neuen, dafür zu denen, die mit Leidenschaft für das geschichtsträchtige Gebäude am Werk sind, gehören Robert und Dorina Krieger. Sie zeigte den Besuchern des vorweihnachtlichen Marktes im Obergeschoss, wie man ein Spinnrad bedient. Sie schwärmte von den Leistungen des Fördervereins.

Wer hier ins Gespräch kommt, bei dem kommen Erinnerungen hoch

Robert Krieger hatte auch was zu zeigen: Er präsentierte die Schmiedekunst. Sie wurde ihm regelrecht in die Wiege gelegt. Sein Vater und Großvater waren einst Schmiede. Er selbst ging in den Rettungsdienst – eine Entscheidung, die er mit dem heutigen Erfahrungsschatz anders treffen würde. Robert Krieger fertigt alle Eisenteile, die die Mühle braucht. Zum Beispiel hat er die Nägel in der schweren Holztür selbst gemacht, damit es so authentisch wie möglich aussieht. Dass man sich da schon einmal mit dem Hammer verletzt oder am Feuer verbrennt, das komme an schlechten Tagen vor. Wenn Robert Krieger nicht in der Lambertsmühle werkelt, stellt er auf Mittelaltermärkten aus. „Hätte ich gewusst, wie toll es ist, wäre ich sofort Schmied geworden“, sagte Krieger. „Wenn ich hier mit den Leuten spreche, kommen bei manchen Erinnerungen wieder hoch.“

Von eben diesen Erinnerungen an vergangene Zeiten konnte auch Grete Klippert berichten. Als Mitglied des Bergischen Geschichtsvereins verkaufte sie Kopien von alten Fotos und Bücher. „Unser Stand hat immer großen Zulauf“, erzählte Grete Klippert. Vor allem die älteren Burscheider seien sehr interessiert. Oftmals kennen sie die auf den Fotos abgebildeten Gebäude noch aus ihrer Kindheit.

Als Grete Klippert durch das Album blätterte, sagte sie immer wieder, dass es diese Gebäude schon nicht mehr geben würde. In besonders guter Erinnerung ist ihr der einstige Spielwarenladen an der Hauptstraße. „Wenn meine Puppe einen Arm ab oder ein Loch im Kopf hatte, haben wir sie dorthin gebracht“, erzählte die 82-Jährige. „Später munkelte man, dass der Händler schmuddelige Heftchen unter dem Tresen hatte.“

Um solche lebhaften und illustre Erinnerungen bittet der Geschichtsverein die Burscheider im Januar. Geplant ist ein neues Buch über den Einzelhandel von einst.

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