Ceven Klatt, bislang Spielertrainer bei den Handballern der Bergischen Panther, über seinen plötzlichen Abschied und die sportlichen Perspektiven des Burscheider Oberliga-Teams.

Ceven Klatt
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Siewert, Doro

Burscheid. Kurz vor der Winterpause gab es beim Handball-Oberligisten Bergische Panther einen Paukenschlag.

Spielertrainer Ceven Klatt bat überraschend um eine Vertragsauflösung, um sich für ein interessantes Jobangebot in Neuss entscheiden zu können.

Der BV unterhielt sich mit ihm über die Entscheidung, die Perspektive bei seinem neuen Arbeitgeber und die Verabschiedung bei den Panthern.

Herr Klatt, das letzte Meisterschaftsspiel im alten Jahr gegen Mönchengladbach haben Sie nicht mehr begleitet. Warum nicht?

Ceven Klatt: Zum Zeitpunkt des letzten Spieles war ich im Skiurlaub mit der Familie. Dieser stand schon ein Jahr fest und deswegen hatte mein Fernbleiben vom Gladbachspiel nichts mit meinem Wechsel nach Neuss zu tun.

Ceven Klatt ist 30 Jahre alt. Familienstand: in festen Händen, sein Sohn ist zehn Monate alt.

Klatt ist Verwaltungsfachwirt. Sportliche Stationen: Unitas Haan, LTV Wuppertal, HG Remscheid, TUS Wermelskirchen, Tus Ferndorf, Bergische Panther, Vertrag in Neuss bis: unbefristet

Was waren denn die Gründe für Ihre plötzliche Entscheidung?

Klatt: Zuerst einmal möchte ich mich bei den Verantwortlichen Hans Jürgen Middendorf und Frank Jörgens, für die Freigabe bedanken. Darüber hinaus auch bei der Mannschaft und dem Umfeld, wo mir sehr viel Verständnis und Rückhalt für meine Entscheidung gegeben wurde. Der wichtigste Grund für meinen Wechsel ist die feste Anstellung als hauptamtlicher Jugendkoordinator beim Neusser HV. Dies ist eine Vollzeitstelle mit einem Arbeitsumfang von bis zu 40 Stunden die Woche. Des weiteren werde ich für die erste Mannschaft des NHV in der Dritten Liga spielen und versuchen meinen Teil beizutragen, dass diese nicht absteigt.

Sicherlich war es doch auch begünstigt durch die Tatsache, dass es bei den Panthern in dieser Saison um nicht mehr viel geht . . .

Klatt: Auf keinen Fall. Die Mannschaft ist drei Punkte hinter dem Tabellenzweiten und jeder Verein möchte immer das bestmögliche rausholen. Aber meine Entscheidung habe ich losgelöst von der aktuellen Situation bei den Panthern getroffen. Wichtig war vielleicht, dass man nicht nach unten auf die Tabelle gucken musste.

Und wie sieht nun Ihre genau Tätigkeit aus?

Klatt: In Vormittagsbereich arbeite ich an verschiedenen Grundschulen im Rhein-Kreis Neuss, mit dem der Neusser HV kooperiert. Dort versuche ich, Kinder für den Handballsport zu begeistern und auch anders sportlich zu fördern. In der Nachwuchsarbeit ist es meine Aufgabe die sportliche und persönliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen gleichermaßen zu fördern. Nachmittags regle ich die täglichen Belange der Jugendabteilung und arbeite auch als Trainer.

Wie lässt sich das mit der eigenen Spielerei noch verbinden?

Klatt: Ich bin wirklich sehr ausgelastet, aber Handball macht mir Spaß. Neuss bietet mir die Möglichkeit, mein Hobby mit meinem Beruf zu verbinden. Ich denke, meine Aufgaben werden keinen einschränkenden Einfluss auf die Spielerei haben.

Welche Perspektiven verfolgen Sie bei Ihrem neuen Projekt genau?

Klatt: Ich bin bereits seit zweieinhalb Jahren beim NHV. Es sind schon einige Sachen auf den Weg gebracht worden, aber vieles liegt noch vor uns. Für mich ist es wichtig, den NHV als absolutes Aushängeschild für Jugendhandball zu positionieren. Wir wollen kurzfristig in der Jugendbundesliga spielen. Mittelfristig möchte ich Spieler aus der Neusser Jugend in die ersten Mannschaften des Vereins führen.

Wie beurteilen Sie rückblickend Ihre Arbeit bei den Panthern?

Klatt: Es ist immer etwas schwer, sich selber zu beurteilen, aber ich bin damals geholt worden um zum einen aus der Verbandsliga rauszukommen und zum anderen eine vernünftige Mannschaft aufzubauen. Ich bin direkt im ersten Jahr aus der Verbandsliga aufgestiegen und das mit einem wirklich sehr kleinen Kader. Im Folgejahr konnten wir in der Oberliga direkt unter den ersten fünf landen und auch dieses Jahr steht nach der Hinrunde der fünfte Platz zu Buche. Ich denke, wir haben die Mannschaft wieder in der Oberliga etabliert. Aber auch das Umfeld bei den Panthern ist wieder stabil geworden, was die gute Zuschauerresonanz der Hinrunde deutlich zeigt.

Was ist für die ehemalige Mannschaft in der laufenden Runde noch möglich?

Klatt: Es ist eine tolle Mannschaft und wenn die Jungs sich so reinhängen wie in den letzten drei Spielen, wird es für jeden Gegner schwer, die Panther zu schlagen. Ich denke ein Platz unter den ersten fünf ist daher realistisch.

Haben Sie Ihre Nachfolger Erwin Reinacher und Marcel Mutz entsprechend eingearbeitet oder war das gar nicht notwendig?

Klatt: Erwin war ja mein Co-Trainer. Ich habe ihn auch als meinen Nachfolger vorgeschlagen. Er hat viel Erfahrung und die absolute Akzeptanz bei der Mannschaft. Celly (Marcel Mutz) als neuen Co-Trainer kann ich mir auch gut vorstellen. Er kennt die Jungs und ist immer mit hundert Prozent bei der Sache und für die Mannschaft da.

Panther-Macher Hans-Jürgen Middendorf geht davon aus, dass Sie dem Verein noch bei der Spielersuche behilflich sein werden. Gibt es diesbezüglich schon Neuigkeiten?

Klatt: Ja, das ist richtig. Ich versuche dem Verein zu helfen, immerhin sind 80 Prozent der aktuellen Spieler durch mich bei den Panthern gelandet. Allerdings ist die Lage, was freie Spieler betrifft, gerade sehr schwierig. Wir hatten zwar schon Gespräche, aber da hat es nicht gepasst.

Wo sehen wir die Panther in fünf Jahren?

Klatt: Weiterhin gesichert in der Oberliga.

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