Lore Rackwitz ist ein Burscheider Urgestein. Bekannt ist sie in privaten Kreisen für ihre Gedichte.

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Lore Rackwitz ist begeisterte Zeitungsleserin und schreibt gerne Gedichte.

Lore Rackwitz ist begeisterte Zeitungsleserin und schreibt gerne Gedichte.

Barbara Sarx

Lore Rackwitz ist begeisterte Zeitungsleserin und schreibt gerne Gedichte.

Burscheid. Sie ist ein Burscheider Urgestein: Lore Rackwitz kennt jeder. Als Tochter des Elektro-Installateurs Richard Busch wurde sie in Dierath geboren. 1933 eröffnete er in der Burscheider Hauptstraße (heute Nr.30) seinen Installationsbetrieb und drei Jahre später ein Ladengeschäft, das bis heute unter dem Namen „Elektro Busch“ floriert. Als Ehefrau von Gunther Rackwitz, der den Betrieb von seinem Schwiegervater übernahm, arbeitete sie im Laden mit und ist auch heute noch ab und zu dort zu sehen. Sohn Bernhard Rackwitz führt schon seit vielen Jahren die Tradition fort.

Eine Tradition führt auch sie fort – allerdings auf einem ganz anderen Gebiet: auf privaten Feiern, sei es im kleinen oder großen Freundeskreis oder in Vereinen bringt sie die Menschen immer wieder mit launigen Gedichten zum Lachen. So auch mit dem folgenden Gedicht, nach einer Idee von Ina Richartz geschrieben, und vor etwa 20 Jahren im Turnverein vorgetragen.

Das alte Huhn
Ich bin seit Jahren nun ein altes Huhn
und hab fürwahr kaum noch was zu tun.
Ihr lieben Freunde, wenn ihr nur wüsstet,
wozu es mich oftmals gelüstet!
Stattdessen sitz ich auf meinem Rost
und füll meinen Kropf mit Körnerkost.
Ob Schnee, ob Sonnen schein, ob Regen,
jeden Tag hab ich ein Ei zu legen.
Glaubt mir, es ist nicht immer ein Vergnügen,
Dotter und Eiweiß richtig zusammen zu kriegen.
Und weil ich mich früher so oft gebückt,
hat mich der Hahn zu oft auf den Kopf gepickt.
Und weil mich das immer von neuem entzückt,
bin ich heut auch schon ein wenig verrückt.
Es wackelt schon mein schöner Kamm,
und auch mein Fell ist nicht mehr stramm.
Der Kalk, der klebt mir an den Beinen,
und auch die Federn dünner scheinen.
Wenn ich da so an früher denk,
wie ich geschmeidig im Gelenk. (…)
Neulich bekam ich zu meinem Schrecken
In der Mauser solche große Flecken.
Meine Schenkel wurden dick und fett,
der Kamm, der färbte sich violett,
Die Bäuerin, die hört ich sagen:
Dem alten Huhn geht’s jetzt an den Kragen.
Mein letzter Wunsch, das könnt ihr mir glauben
Ein kräftiger Hahn müsste mir noch einmal den Atem rauben.
Und das ist meine allerletzte Bitte.
Noch ein bis zwei kräftige Hahnentritte
Dann kann mich wirklich nichts mehr verdrießen,
wird in Ruh meine (Hühner)-Augen schließen.

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