Der Journalist und Moderator Gisbert Baltes stellte sein Buch „Rheinland“ am Donnerstagabend im Badehaus vor.

Badehaus
Musikalische Unterbrechung der Lesung: Bernd Kreuz, Songül Wiesmann und Gisbert Baltes (v.l.) stimmen kölsche Schunkel-Hymnen im Badehaus an.

Musikalische Unterbrechung der Lesung: Bernd Kreuz, Songül Wiesmann und Gisbert Baltes (v.l.) stimmen kölsche Schunkel-Hymnen im Badehaus an.

Doro Siewert

Musikalische Unterbrechung der Lesung: Bernd Kreuz, Songül Wiesmann und Gisbert Baltes (v.l.) stimmen kölsche Schunkel-Hymnen im Badehaus an.

Burscheid. Kleine Tische, Stühle ringsum und ein Buffet mit deftigen Finger-Food-Snacks – schon verwandelt sich das Badehaus in ein gemütliches Cafe mit rheinischem Flair. Am Donnerstagabend warteten rund 35 Gäste gespannt darauf, was der versierte Redakteur und Moderator – und nun auch Autor – Gisbert Baltes von seinen Erlebnissen und Erkenntnissen erzählen würde.

Aus unzähligen Fernseh- und Rundfunkinterviews bekannt, hat er die Essenz seiner Erinnerungen aus über drei Jahrzehnten in zweijähriger Kleinarbeit zwischen zwei stabile Buchdeckel eingebunden und präsentierte jetzt auch in Burscheid sein erstes Buch mit dem „selbstbewussten“ Titel „Rheinland“. Der Untertitel, „Die elf Artikel des rheinischen Grundgesetzes“, war ein guter Anhaltspunkt, die spezielle Weise zu erklären, wie das Leben auf rheinische Art anzupacken ist.

Gisbert Baltes, mit Augenzwinkern genannt Giba – ist als gebürtiger Sauerländer (Attendorn) schon über 25 Jahre das Urbild rheinisch-fröhlicher Gelassenheit. Er gab dann auch seinen Zuhörern viel Grund, seine Bonmots lachend zu honorieren. In seinen ebenso achtungsvollen wie lockeren Gesprächen mit den Größen aus Politik, Wirtschaft und Show-Business spiegelte sich Baltes’ Einblick in die deutsche Geschichte vor und nach der Wende aus einer neuen Perspektive. Sie ließ die Personen vor seinem Mikrofon als Menschen erkennen.

Skurrile Histörchen wie die „Heimatverbundenheit“ von Astronaut Ewald, dessen Mitbringsel auf die Raumstation MIR dort schwerelos herum schwebte und seine internationalen Kollegen den Kölner Dom in Miniatur bestaunen ließ, machten Baltes’ Buch für die vielen Käufer noch attraktiver.

Und welcher seiner jemals geführten Interviews berührten ihn persönlich am stärksten? Nach einiger Überlegung standen ihm Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl und der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker vor Augen. Innerhalb seiner fast zweistündigen Lesung schaffte Baltes mit eleganten sprachlichen Wendungen den Übergang zum musikalischen Pendant der einzelnen Abschnitte. Zu einer echt rheinisch-kölschen Laune gehören eben auch die entsprechenden Lieder.

Kölsche Lieder begleiten die Lesung von Gisbert Baltes

Bernd Kreuz am E-Piano und Songül Wiesmann, die junge Band-Sängerin, führten mit Bläck-Fööss-Ohrwürmern und kölschen Schunkel-Hymnen den spontanen Saalchor an. Songül Wiesmann hat keine Probleme, echt Kölsch zu reden und zu denken – sie ist am Rhein geboren. Bernd Kreuz gehörte lange als Pianist zum karnevalistischen Duo Bloom un Blömscher. Seit etwa zwei Jahren geben Songül Wiesmann und Bernd Kreuz den Auftritten von Gisbert Baltes den musikalischen Rahmen.

Die Buchvorstellungen in einigen Städten NRW’s bedeuten für Baltes lediglich kurze Unterbrechungen seiner Tätigkeit als Journalist.

» „Rheinland“ ist im Verlag Hoffmann & Campe erschienen.

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