Berufsfindung: Unter dem Motto „Komm auf Tour“ konnten 42 Hauptschüler ihre verschiedenen Fähigkeiten auf die Probe stellen.

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Mit Flossen an den Füßen und Tisch in der Hand geht’s in den Irrgarten: Veronique Oertel (l.) und Laura Gierens.

Mit Flossen an den Füßen und Tisch in der Hand geht’s in den Irrgarten: Veronique Oertel (l.) und Laura Gierens.

Doro Siewert

Mit Flossen an den Füßen und Tisch in der Hand geht’s in den Irrgarten: Veronique Oertel (l.) und Laura Gierens.

Rhein.-Berg. Kreis. Ein bunt gestalteter, auf den ersten Blick merkwürdig erscheinender Raum mit sechs Erlebnisstationen wartete auf die 42 Schüler der achten Klassen der Friedrich-Goetze-Hauptschule. Die waren am Mittwoch im BergischGladbacher "Saal 2000" zu Gast und begaben sich dort auf eine Reise in ihre Zukunft.

Lebensziele reichen von Reichtum bis Familiengründung

Unter dem Motto "Komm auf Tour - meine Stärken, meine Zukunft" konnten die 14- und 15-Jährigen spielerisch herausfinden, wo ihre Stärken und Interessen liegen. Zu Beginn des staatlich geförderten Projekts wurden die Schüler befragt, was ihre Ziele sind und wie ihr Lebenstraum aussieht. Die Antworten reichten von "Meinen Traumberuf ausüben", über "Reich sein" bis zu "Eine Familie gründen".

An sechs interaktiven Erlebnisstationen mussten die Kinder anschließend verschiedene Aufgaben lösen und lernten so spielerisch ihre Stärken und Schwächen kennen. So mussten sie unter anderem mit Schwimmflossen an den Füßen und einen Tisch tragend durch ein Labyrinth finden, wodurch praktische, koordinative und soziale Kompetenzen getestet wurden. Für jede gelöste Aufgabe erhielten die Achtklässler einen Aufkleber, dem eine Stärke zugeordnet war. Handwerkliches Geschick, Kommunikativität, Hilfsbereitschaft und Naturkompetenz waren die Kategorien.

Das vom Bildungsministerium, der Agentur für Arbeit sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung initiierte Projekt vermittelte den Kindern, dass es auf jeden selbst ankommt, dass sie selbst in Zukunft entscheiden müssen, was sie beruflich machen wollen und welche Ausbildung sie dafür benötigen.

Erkenntnisse der Aktion werden im Unterricht thematisiert

Die Zielsetzung der Aktion ging jedoch weit über das Berufliche hinaus. Auch alltägliche Fähigkeiten, Charaktereigenschaften und Familienplanung wurden thematisiert. Die Hauptschüler wurden mit der Frage konfrontiert, welche Reihenfolge der Lebenszielsetzungen am sinnvollsten ist und was zuerst gesichert werden sollte. "Ein guter Schulabschluss", erkannten die Schüler.

"Komm auf Tour" ist nur ein kleiner Teil der Zukunftsvorbereitung der Hauptschule, die ihre Schüler in ihrer Lebens- und Berufsplanung betreut. Im Anschluss an die Exkursion werden die Erkenntnisse im Unterricht thematisiert. "Unsere Schüler durchlaufen bereits Ende der siebten Klasse einen Fähigkeitsparcours, wo sie sich erstmals beruflich orientieren. Außerdem gibt es für jeden Schüler in der achten Klasse eine Potenzialanalyse", erklärt Beate Rokus, Klassenlehrerin der 8a. Zudem gibt es in den Schuljahren acht, neun und zehn jeweils zwei sogenannte Zukunftskonferenzen mit Schülern, Eltern und einem externen Berater.

Natürlich seien nicht nur die Schüler gefragt, sondern auch die Eltern. So veranstaltete die Schule im Vorfeld der Aktion einen Informationsabend. Überhaupt arbeite man eng mit den Eltern zusammen, da die Perspektiven der Kinder dadurch entscheidend verbessert werden, sagt die Lehrerin.

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