Nach über zehn Jahren nimmt die ehemalige Ethno-Band ein Liebeslied auf.

Musik
Die Common Friends bei ihrem Tributkonzert für Dieter Dohmen im Januar 2012 (v.l.n.r.): Frank Piontkowski, Frank Overath, Vassiliki Bagou, Rene Redweik, Olivia Norhausen, Mare Redweik, Andreas Hirsch, Andreas Rosenau. Archiv

Die Common Friends bei ihrem Tributkonzert für Dieter Dohmen im Januar 2012 (v.l.n.r.): Frank Piontkowski, Frank Overath, Vassiliki Bagou, Rene Redweik, Olivia Norhausen, Mare Redweik, Andreas Hirsch, Andreas Rosenau. Archiv

Doro Siewert

Die Common Friends bei ihrem Tributkonzert für Dieter Dohmen im Januar 2012 (v.l.n.r.): Frank Piontkowski, Frank Overath, Vassiliki Bagou, Rene Redweik, Olivia Norhausen, Mare Redweik, Andreas Hirsch, Andreas Rosenau. Archiv

Burscheid. Burscheids Pop-Indianer sind zurück. Zwölf Jahre nach ihrer Trennung hat die Ethno-Pop-Formation Common Friends eine neue Single veröffentlicht. „Deine Seele blau“ ist ein Liebeslied für die Frau des Keyboarders Frank Overath.

In den 90er Jahren tanzte die Band noch mit Accessoires australischer und nordamerikanischer Indianer über die Bühne. 1998 gewannen sie den zweiten deutschen Poppreis. Vier Jahre später trennt sich Band, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Nach dem plötzlichen Tod des Gründungsmitglieds Dieter Dohmen im Winter 2011 stehen die Common Bands für ein einmaliges Tributkonzert noch einmal auf der Bühne.

„Ich wollte ein fettes Liebeslied ohne Triefen. Meine Frau war begeistert.“
Frank Overath, Komponist

Im vergangenen Jahr komponiert Frank Overath ein Geburtstagslied für seine Frau und sucht dafür die passenden Musiker. „Natürlich habe ich zuerst an meine alten Bandkollegen gedacht“, erzählt der 55-Jährige. Nach wenigen Anrufen stehen Frank Overath, Gitarrist und Sänger Rene Redweik, Bassistin Mare Redweik und Sängerin Olivia Norhausen als Common Friends Project wieder im Studio.

„Das war sehr aufregend, als hätten wir uns nie getrennt. Der Geruch des Studios, der Instrumente – alles war wie früher. Wir haben sehr schnell unsere Plätze im Probenraum gefunden und auch kleine Regeln und eigene Wortbildungen waren sofort wieder da“, erinnert sich der Keyboarder.

Gefühlvolle Ballade statt knackigem Winnetou-Pop

Produzent Mario di Cara stellt sein Studio und seine Leadgitarre zu Verfügung. Frank Overath ist begeistert: „Das passte wie die Faust aufs Auge. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.“

René Redweik (Gesang, Gitarre), Olivia Norhausen (Gesang), Mare Redweik (Bass), Mario Di Cara (Lead Gitarre, Drumspads), Frank Overath (Keyboards).

Frank Overath und Dieter Dohmen, alias Häuptling Sturmkrähe, gründeten die Band 1990, spielten mit befreundeten portugiesischen Musikern und produzierten 1995 die gemeinsame LP „Unser Land“. Später stießen René Redweik, Mare Redweik, Andreas Hirsch und Olivia Norhausen dazu. 1998 folgte die zweite LP „Sonnentanz“. Nach dem Sieg des Deutschen Pop-Preises veröffentlichte Common Friends 2000 ihr vorerst letztes Album „Himmel & Erde“. 2012 kam die Band für ein Tributkonzert für den verstorbenen Bandkollegen wieder zusammen.

Als Common Friends Project haben die Musiker jetzt die Single „Deine Seele blau“ aufgenommen. Sie ist in Internetportalen als Download erhältlich.

Statt knackigem Winnetou-Pop mit Didgeridoo und Klanghölzern nimmt die Band eine gefühlvolle Ballade auf. Nach vier Tagen im Studio ist der Song fertig. Und die Überraschung kommt an: „Ich habe das Lied meiner Frau in Den Haag abends in den Dünen vorgespielt. Ich wollte ein fettes Liebeslied ohne Triefen. Meine Frau war begeistert.“

Obwohl die Common Friends kein Comeback planen, wollen die Musiker als Common Friends Project an weiteren Projekten arbeiten. „Sehr verändert haben wir uns nicht. Die positiven Dinge, die die Band ausgemacht haben, sind alle noch da. Wenn so viele kreative Menschen aufeinandertreffen, entsteht direkt eine intensive Gemeinsamkeit. Das hat total Spaß gemacht“, schwärmt Overath.

Als Nächstes wollen die fünf Musiker das Lied „Nene Neshuabemo“ neu aufnehmen. Rene Redweig hatte das Lied seinem verstorbenen Vater gewidmet. „Es ist aber auch ein Kinderschlaflied. Wir überlegen, es noch mal neu aufzunehmen und etwas Größeres daraus zu machen“, erklärt Overath. Mit großen Chören will man eine Charity-Version aufnehmen. „Dafür suchen wir noch Sponsoren. Wir wollen uns an der Musik nicht bereichern“, macht Overath klar. Der Weg der gemeinsamen Freunde geht weiter.

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