Hartmut Faubel ist einer von elf Radweggefährten, die nächste Woche offiziell ihre Arbeit aufnehmen.

Auch wenn es nicht zu seinen Aufgaben zählt, will Hartmut Faubel den Müll in seinem Streckenabschnitt nicht liegen lassen.
Auch wenn es nicht zu seinen Aufgaben zählt, will Hartmut Faubel den Müll in seinem Streckenabschnitt nicht liegen lassen.

Auch wenn es nicht zu seinen Aufgaben zählt, will Hartmut Faubel den Müll in seinem Streckenabschnitt nicht liegen lassen.

Doro Siewert

Auch wenn es nicht zu seinen Aufgaben zählt, will Hartmut Faubel den Müll in seinem Streckenabschnitt nicht liegen lassen.

Burscheid. Die Nähe zur Bahn und zu ihrer Trasse war für Hartmut Faubel schon immer da. „Als Kind konnte ich von meinem Zimmer aus die Dampfloks vorbeifahren sehen“, sagt der 60-jährige Leverkusener.

Später ist er dann mit dem Balkanexpress zur Arbeit nach Remscheid gefahren – Eisenbahner ist er trotzdem nicht geworden, sondern lieber Banker. Doch die Trasse hat ihn nie ganz losgelassen. Deswegen ist Faubel auch stolz darauf, einer der ersten Radweggefährten zu sein.

Von Ösinghausen bis zur Brücke Kretzheide

Im März hatte die Stadt elf dieser Ehrenämter ausgerufen – für insgesamt elf Abschnitte auf der Balkantrasse. „Mein Bereich geht von Ösinghausen über die Brücke der Autobahn 1 bis zur Brücke Kretzheide“, sagt Hartmut Faubel. Auf diese knapp 1000 Meter wird der Vorruheständler ab sofort ein Auge werfen. Dazu hat er sich sogar vertraglich verpflichtet.

„Die Strecke ist fantastisch und ich bin ein leidenschaftlicher Wanderer.“ Dass er für seinen neuen Job extra aus Leverkusen kommen muss, ist für ihn kein Problem. „Ich wohne nur wenige Meter hinter der Stadtgrenze.“ Außerdem hat er jahrelang in Burscheid gewohnt und gearbeitet. „Die Stadt war mir immer nahe.“

Eine runde Sache: der Radweg

Aber was genau macht eigentlich ein Radweggefährte? „Wenn man mich fragt, antworte ich immer: Die Brücke über die A 1 – wenn die einstürzt, dann muss ich das unverzüglich melden“, sagt Faubel und lacht.

Den Namen für den Radweg auf der Trasse hat die Bergische Entwicklungsagentur ausgesucht. Denn die Bahn, die dort bis 1991 fuhr, hieß im Volksmund immer Balkanexpress.
 

Der Name Balkantrasse – der für die Trasse im Abschnitt zwischen Opladen und Lennep gilt – stieß anfangs vor allem beim Wermelskirchener Bürgermeister Eric Weik aus Skepsis. Er war nicht sicher, ob sich der Name gut vermarkten lässt.

Tatsächlich sind die Pflichten der Trassen-Paten überschaubar. „Sie sollen Beschädigungen und Müll melden“, sagt Stadtsprecherin Renate Bergfelder-Weiss. Den Müll dann auch aufzusammeln, gehört ausdrücklich nicht dazu.

Damit will sich Hartmut Faubel aber nicht begnügen. „Natürlich werde ich den Müll auch aufheben, wenn ich ihn sehe“, sagt er und schiebt mit dem Fuß ein paar Erdklumpen und Äste vom Asphalt. Schließlich war das auch seine ursprüngliche Idee. Eigentlich hatte er der Stadt angeboten, einmal im Monat ehrenamtlich Unrat auf der Balkantrasse zu sammeln. „Kurze Zeit später bekam ich dann einen Rückruf, in dem man mir von den Radweggefährten erzählt hat“, sagt er.

Ausweise und Visitenkarten für die Ehrenamtler

Wenn die Radweggefährten am Dienstag offiziell ihre Arbeit aufnehmen und damit der Startschuss der der städtischen Aktion fällt – sogar Ausweise und Visitenkarten gibt es für die ehrenamtlichen Helfer – dann wird Hartmut Faubel allerdings fehlen. „Eine Woche Urlaub an der Mosel“, sagt er. Als frisch gebackener Ruheständler muss das einfach mal sein.

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