Aber noch immer steht der Abschluss des langwierigen Entwidmungsverfahrens aus.

Burscheid. Die ehemalige Bahntrasse ist aus dem Regionalplan gestrichen worden. Das haben die Fraktionen von CDU und FDP in der Sitzung des Regionalrates am Freitag in Köln durchgesetzt. "Damit ist ein ganz wesentlicher erster Schritt getan, um die Trasse einer anderen Nutzung zuzuführen", reagierte Bürgermeister Hans Dieter Kahrl auf die Entscheidung.

Das Burscheider Regionalratsmitglied Bodo Jakob (SPD) bewertete das Votum anders: Die zahlreichen Eingaben während des Beteiligungsverfahrens hätten sich bis auf wenige Ausnahmen gegen eine Streichung ausgesprochen. Jakob selbst hatte vorgeschlagen, den Kommunen in Einzelfällen Teile der Trasse zu überlassen, andererseits aber die Option auf eine durchgehende Verkehrsader zu erhalten. Mit seiner Entscheidung sei "der Regionalrat seiner regionalen Verantwortung nicht nachgekommen", so Jakob.

Entscheidend für die Verfügbarkeit der Trasse ist aber die Entwidmung von Eisenbahnbetriebszwecken. Und dieses schon vor anderthalb Jahren von der Stadt Burscheid beim Eisenbahnbundesamt beantragte Verfahren kommt nicht vom Fleck. Im Januar soll jetzt ein Gespräch zwischen Kahrl und Vertretern des Immobilien-Service der Bahn sowie der Netz-AG Klärung bringen.

Gestattungsvertrag als Notlösung für B 51-Ausbau

Noch hofft man im Rathaus, die Entwidmung bis Sommer 2008 vorliegen zu haben. Schließlich hängt der zweite Bauabschnitt des Ausbaus der B51 in Hilgen an dieser Entscheidung. "Andernfalls werden wir versuchen, dem Bund als Träger der B 51 über einen Gestattungsvertrag schon vorher den Zugriff auf die Bahnflächen zu ermöglichen", sagt Kahrl.

Wenn die Entwidmung unter Dach und Fach ist, könnte die Bahn die Trasse verkaufen - und wird auch ein großes Interesse daran haben. Kahrl setzt für diesen Fall weiter auf die Überlegungen zu einem Radweg auf der Trasse. Er sei von der Bezirksregierung als "grundsätzlich zuwendungsfähig" eingestuft worden. Mit den möglicherweise in zwei bis drei Jahren folgenden Förderung könne die Stadt dann in den Besitz der gesamten Trasse gelangen. "Für den Fall, dass das wider Erwarten nicht klappt, haben wir ein zwingendes Interesse, zumindest den Trassenbereich entlang der Montanusstraße zu erwerben."

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