Der geplante Bau einer neuen Straße auf der ehemaligen Bahntrasse würde die Höhestraße entlasten, sind sich die Experten sicher. Doch schon heute gibt es Verlierer: Anwohner befürchten von zwei Starßen eingekeilt zu werden .

Vor dem Haus die B 232 – und hinter dem Gartenzaun bald die neue Umgehung zur Entlastung der Höhestraße? „Dann kann ich hier eine Tankstelle eröffnen“, sagt Martina Stoffers aus Massiefen.
Vor dem Haus die B 232 – und hinter dem Gartenzaun bald die neue Umgehung zur Entlastung der Höhestraße? „Dann kann ich hier eine Tankstelle eröffnen“, sagt Martina Stoffers aus Massiefen.

Vor dem Haus die B 232 – und hinter dem Gartenzaun bald die neue Umgehung zur Entlastung der Höhestraße? „Dann kann ich hier eine Tankstelle eröffnen“, sagt Martina Stoffers aus Massiefen.

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Vor dem Haus die B 232 – und hinter dem Gartenzaun bald die neue Umgehung zur Entlastung der Höhestraße? „Dann kann ich hier eine Tankstelle eröffnen“, sagt Martina Stoffers aus Massiefen.

Burscheid. Der geplante Bau einer neuen Straße auf der ehemaligen Bahntrasse, die laut einer Machbarkeitsstudie zu einer Entlastung der Höhestraße führen könnte, stößt bei den ersten Anwohnern auf Widerstand. Nach dem Bericht im Bergischen Volksboten vom Dienstag ("Stück für Stück statt an einem Strang"), empört sich Martina Stoffers aus Massiefen: "Wenn die alte Bahntrasse hinter unserem Haus bebaut wird, sind wir von zwei Straßen eingekeilt. Dann können wir hier eine Tankstelle aufmachen."

Die Natur hinter dem Haus entschädigt für die B 232

Im Abstand von wenigen Sekunden donnern heute die Autos direkt vor dem Haus gegenüber von Johnson Controls vorbei. Auch immer mehr Schwerlastverkehr ist darunter, meint die 39-jährige Burscheiderin. "Damit sparen sich die Lastwagenfahrer von der A 3 zur A 1 eine Mautstation." Doch mit dem Verkehr vor dem Haus können die Stoffers leben.
 
 Schließlich hat sich die Opladener Familie vor etwa zwei Jahren bewusst für den frei stehenden Altbaus in Massiefen entschieden. Zwei große Hunde würden nicht von jeder Nachbarschaft toleriert. "Was aber wirklich für die Bundesstraße vor der Tür entschädigt, das ist die Natur hintenheraus", erklärt Martina Stoffers. Drei Rehe kommen regelmäßig zu Besuch. Und ein junges Bussardpärchen ist kürzlich direkt hinter dem Haus flügge geworden.

Mit solchen Naturerlebnissen wäre es vorbei, wenn die "Entlastungsstraße" tatsächlich in Höhe Haus Kuckenberg an die heutige Bundesstraße 232 angebunden und von dort über die alte Bahnstrecke Richtung Innenstadt geführt würde.

Betroffen davon wären auch die Besitzer einiger Häuser in Kuckenberg. Eine entsprechende Änderung der ehemaligen Bahntrasse im Flächennutzungsplan (FNP) ist vorgesehen und könnte im Ausschuss für Stadtentwicklung am 12. Juni abgesegnet werden.
 
Damit würden gleich drei Hauptverkehrsstraßen (Industriestraße, Hauptstraße und die neue Umgehung) im Bereich Kuckenberg und Massiefen parallel nebeneinander herlaufen. "Ist das verhältnismäßig?", fragt Martina Stoffers im Hinblick auf Kosten und Nutzen.

Bis es zu tatsächlichen Bauvorhaben kommt, kann noch einige Zeit ins Land gehen, erläutert Michael Baggeler (CDU), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses und Verfechter einer Umnutzung. "Ich denke nicht, dass das vor einem Zeitraum von 15 Jahren etwas wird."

Grundsätzlich ist der Bundesverkehrswegeplan bis zum Jahr 2015 abgeschlossen. Und eine künftige Investition sei auch abhängig vom Wechsel des Straßenbaulastträgers Anfang des kommenden Jahres. Die Bundesstraße wird dann in die Zuständigkeit des Landes fallen.
 
 Zudem müsse der vorgesehene Eintrag im FNP nicht bedeuten, dass die "Entlastungsstraße" tatsächlich schon in Kuckenberg beginne. "Wie die Anbindung später einmal aussehen wird, steht noch völlig in den Sternen." Baggeler persönlich favorisiert nach eigenen Angaben einen Anschluss in Höhe des neuen Lidl-Marktes.

Dennoch macht der CDU-Chef auch deutlich, dass er lieber morgen als übermorgen eine Entlastung für die Höhestraße haben wolle. "Dort sind wir bereits heute mit nahezu 20 000 Fahrzeugen täglich an den Kapazitätsgrenzen angelangt."

Unabhängig von möglichem künftigen Lärm auch hinter ihrem Haus könnte Martina Stoffers schon bald zu den Verlierern der Planung gehören. Mit einer Umwidmung der Trasse zur Straße werde Haus und Grund an dieser Stelle deutlich an Wert verlieren, glaubt sie.

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