Ältere Mieter des Hauses in der Straße Sauers Weiden müssen sich durchs Treppenhaus quälen. Und einen Notdienst gebe es nicht.

Ältere Mieter des Hauses in der Straße Sauers Weiden müssen sich durchs Treppenhaus quälen. Und einen Notdienst gebe es nicht.
Erika Palm vor der Tür des Aufzugs, der schon seit Tagen nicht mehr fährt.

Erika Palm vor der Tür des Aufzugs, der schon seit Tagen nicht mehr fährt.

Doro Siewert

Erika Palm vor der Tür des Aufzugs, der schon seit Tagen nicht mehr fährt.

Burscheid. Erika Palm wohnt in der siebten Étage des Hochhauses mit der Nummer 1 in Sauers Weiden. Doch schon seit Tagen plagt sich die Seniorin die Treppen herauf und herunter. Der Fahrstuhl ist kaputt, schon seit neun Tagen. „Davor war das auch schon mal so, aber nur einen Tag. Dann lief er wieder.“

Jetzt aber tut sich gar nichts mehr. Sie selber schafft den Weg in ihre Wohnung noch. Wie es bei den anderen Bewohnern der etwa insgesamt 30 Parteien aussieht, weiß sie nicht. „Die Menschen hier sprechen häufig eine andere Sprache.“ Nur von einer weiteren älteren Dame weiß sie noch. Die wohne auf der selben Etage. Doch wie sie die Situation ohne Fahrstuhl meistere, ist ihr nicht bekannt.

Doch auch für Erika Palm hat der Totalausfall des Aufzugs Folgen. Jeden Morgen wird ihr ein Hund einer Familie gebracht, deren Eltern arbeitstätig sind. Tagsüber kümmert sich Erika Palm somit um den Hund, geht mit ihm Gassi, wenn sie selbst Einkäufe erledigt. Doch zurzeit ist das nicht möglich, weil das Tier Arthrose hat. Und schleppen kann sie den Vierbeiner nicht durch das Treppenhaus.

Erika Palm: „Es gibt keinen Notdienst. Das ist nicht zu fassen“

Was die Seniorin am meisten ärgert, ist nicht nur die Tatsache, dass der Aufzug defekt ist. Vielmehr findet sie die Informationspolitik der Eigentümer Vonovia (vormals Deutsche Annington) haarsträubend. „Es gibt keinen Notdienst. Das ist doch nicht zu fassen.“ zwar hängt noch ein Schild mit einer Telefonnummer im Hausflur, doch dort meldet sich nur der ehemalige Objektbetreuer des Gebäudes und erklärt, auch auf Nachfrage des Bergischen Volksboten: „Ich kann ihnen keine Auskunft geben, da ich nicht mehr für das Gebäude zuständig bin.“

Erst bei der Stadt erfährt sie, dass die Annington nun die Vonovia sei – doch bei der Hotline wartet sie nach eigenen Angaben 15 Minuten, um eine Auskunft zu bekommen: „Sind sie alleine“, fragt Erika Palm. „Nein“, erklärt die Dame am anderen Ende, „aber hier kommen Anrufe aus der ganzen Bundesrepublik an.“ Das Problem werde aber weitergegeben, verspricht die Frau. Erika Palm weiß immer noch nicht, wie es weitergeht. „Früher, als das Haus noch der GBS gehörte, hatten wir einen Hausmeister.“ Das ist lange her.

Auf Anfrage des Bergischen Volksboten bei der Pressestelle von Vonovia entschuldigt sich das Unternehmen. „Wir bedauern sehr, dass es für unsere Mieter zu Unannehmlichkeiten gekommen ist. Wir sind sofort tätig geworden, leider musste ein Ersatzteil, ein Geschwindigkeitsbegrenzer, für die Aufzugsanlage bestellt werden. Dieses Ersatzteil hat eine Lieferzeit von ein paar Tagen“, erklärt Sprecherin Bettina Benner und räumt eine Mietminderung ein. Am Montag oder Dienstag soll das Ersatzteil da sein.

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