Wer den Hilgener Baum abgesägt hat, scheint geklärt. Aber eine Strafverfolgung soll vermieden werden – mit Rücksicht auf den Täter.

SilvesterNacht
So sah der Weihnachtsbaum an der Ecke Kölner/Witzheldener Straße vor der Silvesternacht aus . . .

So sah der Weihnachtsbaum an der Ecke Kölner/Witzheldener Straße vor der Silvesternacht aus . . .

. . . und das blieb an Neujahr von ihm übrig. Fotos (2): Archiv

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So sah der Weihnachtsbaum an der Ecke Kölner/Witzheldener Straße vor der Silvesternacht aus . . .

Burscheid. Auf das mutwillige Absägen des Hilgener Weihnachtsbaums in der Silvesternacht hatten nicht nur der Ortsteil und sein Initiativkreis mit Unverständnis und Verärgerung reagiert. Die Polizei nahm zunächst Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung auf, leitete damit selbst eine Strafanzeige in die Wege und rief die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Inzwischen scheint die Tat aber geklärt.

Der Baum war am frühen Neujahrsmorgen auf die Witzheldener Straße gekracht. Dabei waren sowohl der Baumschmuck und die Lichterkette als auch die benachbarte Linde schwer beschädigt worden. Die Feuerwehr musste ausrücken, den Baum zersägen und von der Straße räumen.

Seit Tagen hält sich in Hilgen nun das Gerücht, der Täter sei mittlerweile bekannt. Offenbar erhielt der Initiativkreis Hilgen, der den Baum aufgestellt hatte, einen Tipp. Das bestätigt Mitinitiator Eggert Schiffler. „Aber wir können selbst nichts beweisen.“ Allerdings habe es seitens des Initiativkreises bereits Gespräche mit dem Verdächtigen gegeben.

„Wenn für den Schaden aufgekommen wird, haben wir von uns aus kein Interesse, die Sache weiterzuverfolgen.“

Eggert Schiffler, Initiativkreis Hilgen

Offenbar ging die Randale aus einer Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener Anfang 20 hervor, die unter Alkoholeinfluss standen. Vor der Aktion soll es innerhalb der Gruppe teils bremsende, teils anfeuernde Äußerungen gegeben haben. Gefällt wurde der haushohe Baum dann mit einer Motorsäge.

Auch wenn Schiffler den Vandalismus weiter als „nicht verzeihlich“ einstuft, hält sich der Initiativkreis aber inzwischen zurück. Man will dem oder den Verursachern die Chance geben, die Sache selbst aus der Welt zu räumen und von sich aus aufzuklären. „Wenn für den Schaden aufgekommen wird, haben wir von uns aus kein Interesse, die Sache weiterzuverfolgen.“ Der Grund: Dem Hauptverdächtigen drohen andernfalls berufliche Konsequenzen.

Derweil spricht sogar die Polizei davon, „nicht mehr mit Hochdruck“ zu ermitteln – auch weil man zunächst noch davon ausgegangen war, die Stadt selbst sei geschädigt worden.

Inzwischen sei die Anzeige „deutlich runtergefahren worden“, weil der Geschädigte, also der Initiativkreis, nicht mehr auf eine Strafverfolgung dränge. Man werde entsprechend der Staatsanwaltschaft die Empfehlung geben, die Sache einzustellen.

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