Die enttäuschten Anhänger von Michael Baggeler planen eine eigene politische Organisation.

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Unüberbrückbare Distanz: Nicht nur Stefan Caplan (vorne) und Michael Baggeler (hinten) gehen endgültig getrennter Wege, auch die CDU muss sich auf eine bürgerliche Konkurrenz einstellen. (Fotos (2): Jürgen Venn)

Unüberbrückbare Distanz: Nicht nur Stefan Caplan (vorne) und Michael Baggeler (hinten) gehen endgültig getrennter Wege, auch die CDU muss sich auf eine bürgerliche Konkurrenz einstellen. (Fotos (2): Jürgen Venn)

Unüberbrückbare Distanz: Nicht nur Stefan Caplan (vorne) und Michael Baggeler (hinten) gehen endgültig getrennter Wege, auch die CDU muss sich auf eine bürgerliche Konkurrenz einstellen. (Fotos (2): Jürgen Venn)

Burscheid. Die Ereignisse innerhalb der CDU überschlagen sich. Einen Tag nach der spannungsgeladenen Mitgliederversammlung zeichnet sich eine Abspaltung der Anhänger des früheren Parteivorsitzenden und jetzigen unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Michael Baggeler von der CDU ab.

Das wäre nach der UWG, die 1989 aus der SPD entstanden ist, die zweite politische Vereinigung, die aus einer Burscheider Volkspartei hervorgeht. Damit würden die sprichwörtlichen Wermelskirchener Verhältnisse näherrücken: Dort sitzen mittlerweile zwei CDU-Abspaltungen im Rat, von denen die eine (WNK) noch mit der dortigen UWG kooperiert.

"Ich schließe nicht aus, dass es zur Gründung einer weiteren bürgerlichen Kraft kommen wird", erklärte Baggeler gestern. "Die Burscheider CDU ist so, wie wir sie bisher kannten, zu Grabe getragen worden."

Auch sein Vertrauter Aki Papazoglou bestätigte Pläne zur Gründung einer eigenen politischen Organisation: "Das wird in diese Richtung laufen." Ebenso Bernhard Cremer (CDU-Initiativkreis Hilgen), der am Mittwochabend in Abwesenheit nochmals als Beisitzer in den CDU-Vorstand gewählt worden war, aber gestern schon wieder seinen Rücktritt ankündigte: "Das Ziel ist eine eigene Organisation."

Welche Form gewählt werden soll (Partei oder Verein), ist laut Baggeler noch offen. Er sei zuversichtlich, "dass wir 16 Wahlbezirke besetzt bekommen, auch mit zum Teil prominenten Gesichtern, die für das ein oder andere Direktmandat gut sind". Im Laufe des Januar solle die Entscheidung fallen. "Ich werde aber nicht den Vorsitz übernehmen", sagte Baggeler. Dafür komme möglicherweise Aki Papazoglou infrage.

Dieser hatte am Mittwoch seine Kandidatur für den CDU-Parteivorsitz zurückgezogen. Gestern erklärte er, nach dem Verlauf der Versammlung fühle er sich "befreit von allen Verpflichtungen gegenüber der CDU". Die Partei sei nach rechts gerückt. "Die liberalen Kräfte in der CDU werden nicht mehr da sein."

Keine neuerliche Schlacht bei Caplans Nominierung

Nicht nur vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Abspaltung scheint es keine Bestrebungen zu geben, die jetzt ausstehende offizielle Nominierung von Stefan Caplan zum CDU-Bürgermeisterkandidaten zu einer neuerlichen Kraftprobe der parteiinternen Lager zu machen. "Dafür hätte keiner Verständnis, wenn wir eine weitere Schlacht schlagen würden", sagte Baggeler.

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