Auch nach einem Gespräch mit der Stadtverwaltung bleiben die Initiatoren bei ihrer Ablehnung der Umbauidee für die untere Hauptstraße.

Sadet Dasman und Detlev Berger haben die Aktion initiiert: 860 Unterschriften kamen dabei zusammen. Archiv
Sadet Dasman und Detlev Berger haben die Aktion initiiert: 860 Unterschriften kamen dabei zusammen. Archiv

Sadet Dasman und Detlev Berger haben die Aktion initiiert: 860 Unterschriften kamen dabei zusammen. Archiv

Doro Siewert

Sadet Dasman und Detlev Berger haben die Aktion initiiert: 860 Unterschriften kamen dabei zusammen. Archiv

Burscheid. Sie haben zwar noch keine Relevanz, weil es faktisch noch überhaupt keine Planungen zu der unteren Hauptstraße gibt und diese noch in weiter Ferne sein könnte. Doch die Einzelhändler und viele ihrer Kunden haben mit 860 Unterschriften ein deutliches Signal gesetzt, was sie von einer Fußgängerzone zwischen Markt und Kirchenkurve halten: Nichts.

Auch nach der Übergabe der Listen und einem Gespräch in der Verwaltung mit Stadtentwickler Kurt Berger bleibt sein Namensvetter vom Tabakladen an der Hauptstraße bei seiner Hauptargumentation: „Wenn vor unseren Geschäften keine Autofahrer mehr anhalten können, dann brechen für uns die Umsätze ein“, sagt Detlev Berger. „Sie springen mal eben raus, holen zwei Päckchen Zigaretten, geben vielleicht ihren Lottoschein ab und sind wieder weg.“ Das dauere manchmal nur wenige Sekunden – und mache einen beträchtlichen Teil der Einnahmen aus. Es helfe auch nicht das Argument, dass nur 80 Meter der Straße zu einer Fußgängerzone werden sollen und in der Kirchenkurve schon wieder geparkt werden könne. „Unsere Kunden laufen keine 30 Meter, um mal schnell Zigaretten zu kaufen.“

Auch stelle er grundsätzlich die Idee in Frage und die Aussage, dass man mit einer Fußgängerzone die Aufenthaltsqualität in dem Bereich verbessern und auch für andere Straßenzüge zu einer höheren Frequenz kommen könne. „Woher sollen die Menschen denn kommen? Hinter unseren Geschäften fehlt doch die Wohnbebauung. Von Ösinghausen kommt sicher kaum jemand hier zum Einkaufen, die kaufen beim Aldi.“ Da würden auch nicht Wohneinheiten helfen, die möglicherweise irgendwann einmal auf dem Gelände des heutigen Netto-Markt gebaut würden. Es sei in der Vergangenheit verpasst worden, den Innenstadtbereich zu verdichten.

Ladenleerstand habe viele individuelle Gründe

Dass es jetzt auch nicht so rosig in der unteren Hauptstraße aussehe, findet Detlev Berger nicht. „Es läuft auch so. Dass einige Ladenlokale leer stehen, hat viele individuelle Gründe. Das hat nichts mit der Straße zu tun.“ Berger droht: „Wenn das nur im Ansatz hier kommt, sind wir hier weg.“

Der Grundförderantrag für das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEHK) ist Ende Dezember bei der Bezirksregierung eingereicht worden, darin enthalten auch die erste geplante Maßnahme, der mögliche Umbau der oberen Hauptstraße zu einer Einbahnstraße. Und zu einer Erhöhung des Straßenniveaus und damit einer barrierefreiheit vieler Geschäfte. Konkret sei dies allerdings noch nicht, sagt Stadtentwickler Kurt Berger. „Wir haben erst mal den Förderantrag gestellt.“ Bevor nichts bewilligt sei, könne man kein Geld für detailliertere Planungen ausgeben. Insofern sei noch überhaupt nicht klar, wie viel Geschäfte möglicherweise von einer Erhöhung der Straße profitieren könnten. „Das hängt auch mit der Höhe der Gebäude und mit den Stufen zusammen. Es ist bislang nur eine Idee, wir haben noch keinen Planungsentwurf.“

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