Rockige Geigenmusik, die Raum für die Fantasie der Zuhörer lässt: Farfarello gastierten im Burscheider Megaphon.

wza_1500x936_511749.jpeg
Farfarello in Aktion: Ulli Brand an der Gitarre und Mani Neumann an der Geige.

Farfarello in Aktion: Ulli Brand an der Gitarre und Mani Neumann an der Geige.

Doro Siewert

Farfarello in Aktion: Ulli Brand an der Gitarre und Mani Neumann an der Geige.

Burscheid. Laut Friedrich Nietzsche muss man noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Demnach lässt sich wohl sagen, dass die virtuosen Musiker der Formation Farfarello schon so manchen Stern zum Tanzen gebracht haben.

Farfarello zaubern mit ihrer Instrumentalmusik Bilder in die Köpfe der Zuhörer, die wohl sonst nur in den seltensten Momenten Platz in den Gedanken finden. Sie selbst nennen es die Plattform, auf der die Fantasie der Zuhörer Platz nehmen darf.

Am Mittwochabend gastierten die Musiker im Burscheider Megaphon: Satte zweieinhalb Stunden gaben Gitarrist Ulli Brand und Geiger Mani Neumann – in der Duo-Formation „Solo zu zweit“ – ihr Bestes und erzeugten Gänsehaut bei den Gästen. Mit Titeln wie „Herr der Zeit“, „Intermezzo zum Saturn“ oder „Weite Felder“ gingen Farfarello mit ihren Hörern auf eine Reise in eine andere Welt. Selbst diejenigen, die behaupten, mit Geigenmusik nichts anfangen zu können, wolle man überzeugen, sagt Geiger Mani Neumann.

Seit mittlerweile 25 Jahren musizieren die beiden, die ursprünglich aus Hilden kommen, zusammen. „In einer Zeit, voll von Castingsstars, in der Musik so vergänglich ist, fühlen wir uns wie Dinosaurier“, beschreibt Ulli Brand das, was Farfarello ausmacht: Handgemachte Musik, die in keine Schublade passt.

Von Burscheid nach Polen, dann zurück ins Bergische Land

Statt vorgedruckter Texten und viel Glitzer steht bei Farfarello ungeschminkt die Musik im Vordergrund. „Unsere Musik ist ein Spaziergang durch die Seele – wir erzählen Geschichten, die nur der Hörer kennt“, erzählt der Gitarrist weiter. „Unsere Musikart kennt kein Genre. Sagt man uns nach, wir sind sehr folklastig, wird man überrascht sein, wie rockig eine Geige klingen kann. Aber genauso ruhig und jazzig kann es bei uns zugehen“, fügt Mani Neumann hinzu.

Das Burscheider Megaphon war für Farfarello-Verhältnisse ein eher kleiner Veranstaltungsort. Die Konzertreihe führt die Musiker in diesem Jahr noch quer durch die Republik bis ins europäische Ausland: „Das nächste Konzert findet in Leipzig statt, kurz darauf geht es für weitere Konzerte nach Polen und darauf sind wir in Rom“, erklärt Mani Neumann. „Wir spielen für die Menschen, die unsere Musik mögen, dabei ist es egal, ob es tausend oder nur zehn Hörer sind.“

So führt der Weg nach der Polenreise wieder zurück ins Bergische Land: Hier werden Farfarello ein Benefizkonzert geben und zur Einweihung einer Kindertagesstätte in Bergisch Gladbach spielen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer