AIG
AIG war im Zuge der Finanzkrise 2008 im Gegensatz zur Investmentbank Lehman Brothers vom Staat gerettet worden. Foto: Andy Rain

AIG war im Zuge der Finanzkrise 2008 im Gegensatz zur Investmentbank Lehman Brothers vom Staat gerettet worden. Foto: Andy Rain

dpa

AIG war im Zuge der Finanzkrise 2008 im Gegensatz zur Investmentbank Lehman Brothers vom Staat gerettet worden. Foto: Andy Rain

New York (dpa) - Der mit Milliarden an Steuergeldern gerettete US-Versicherer AIG zieht wegen einer möglichen Klage gegen die eigene Regierung den Zorn der Amerikaner auf sich.

Der Verwaltungsrat der American International Group (AIG) wollte am Mittwoch beraten, ob sich das Unternehmen einer Schadenersatzklage seines früheren Vorstandschefs Maurice («Hank») Greenberg anschließt. Das teilte das Unternehmen mit. Dabei hatte AIG sich gerade noch in großen Anzeigen («Danke, Amerika») für die inzwischen zurückgezahlte Hilfen bedankt.

«Das meinen wir auch so», betonte der heutige Vorstandschef Robert H. Benmosche. Aber man habe auch die Verpflichtung, sich mit Blick auf die Klage alle Argumente anzuhören. Eine Entscheidung sei in den nächsten Wochen zu erwarten.

In dem Rechtsstreit geht es um Schadenersatzforderungen einer Dachgesellschaft Greenbergs in Höhe von 25 Milliarden Dollar (16,1 Mrd Euro). Der 87-Jährige argumentiert, die Regierung habe AIG zu harte Auflagen gemacht und damit die Interessen der Aktionäre, zu denen er auch zählte, verletzt.

Die demokratische Senatorin und Wall-Street-Kritikerin Elizabeth Warren nannte die Haltung des Unternehmens «unglaublich». Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht. Der Satiriker und Kolumnist des Magazins «New Yorker», Andy Borowitz, veröffentlichte einen fiktiven Brief von AIG, in dem es heißt: «Wir kämpfen für eines der kostbarsten Rechte der Amerikaner: Das Recht, jemanden zu verklagen, der gerade dein Leben gerettet hat.»

AIG war im Zuge der Finanzkrise 2008 im Gegensatz zur Investmentbank Lehman Brothers vom Staat gerettet worden - zu groß waren die Befürchtungen, dass bei einer Pleite das globale Finanzsystem kollabieren würde. Insgesamt wurden 182 Milliarden Dollar in den Versicherer gepumpt. Der Staat hat seine Anteile inzwischen aber mit einem Gewinn von knapp 23 Milliarden Dollar wieder verkauft.

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